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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 9 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 9
Article
Beiträge zur Geographie des Talmud
Date
1867-01-01
Page
Seite 332 (sequence 3)
Language
German
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332 Beiträge zur Geographie des Talmud. ist die des Kerl I. König. 9, 18 und des Textes II. Chron. 8, 4), von den Griechen entsprechend Palmyra genannt, lag bekanntlieh auf einer besonders an Palmen fruchtbaren Oase in Cöle- Syrien, zwischen Damaskus und dem Euphrat, ringsum von der syrischen Wüste umgeben. Die Stadt wurde von Salomon zur Vermittelung des Handels angelegt und gut befestigt. Die im Talmud mit dem Namen ,עבדי שלמך Belegten waren Ursprunglieh ehrliche, ebenbürtige, israelitische Colonisten. Allein sowohl durch die angenehme Oertlichkeit verweichlicht, wie durch den Vermittelungshandel bereichert, im Besondern aber durch die Entfernung, Unzusammenhörigkeit und spätere Lostrennung vom Mutterboden (vgl. I. Sam. 26, 19) der väterlichen Religion Israels entfremdet, fielen diese israelitischen Colonisten, ergaben sich dem verlockenden syrischen Götzendienst. Auch war bald Tadmor selbst für das Mutterland verloren. Seitdem, von den letzten Tagen Salomo’s an, die Ben-Hadad das syrische Reich nicht nur wieder herstellten, sondern auch ihre kriegerischen Arme nach vorn ausstreckten, war von selbst Alles, was im Rücken lag, wie Tadmor und Thapsacus, für immer dahin. Zwischen Palmyra und dem ursprünglichen Heimathslande scheint sich ein dunkles Bewusstsein ihrer ursprünglichen Einheit erhalten zu haben. Ein solches Bewusstsein muss aber, besonders da, wo es an mannigfachen Berührungspunkten nicht fehlt, entweder ein Gepräge der Anhänglichkeit annehmen, oder umgekehrt, ein. gehässiges in Gesinnung und Handlung. Zwischen Palmyra und Palästina musste das letztere Verhältnis eintreten. Die Palmyrener waren thatsächlich Unebenbürtige (פסולים); sie waren es durch den Götzendienst, wie durch die ehelichen Licenzen, die der Götzendienst gestattet. Allein die Erbitterung von der anderen Seite wollte ihnen auch keine ursprüngliche Ebenbürtigkeitzuerkennen und sagte: Die ursprünglichen Anbauer, ihre Altvordern, waren nicht israelitische Colonisten, nicht also כשרים, sondern leibeigene Sklaven Salomo’s (,עבדי שלכ^ר). Die Erbitterung wollte nicht den Grund gelten lassen, dass Salomo doch wohl nicht unzuverlässigen Sclaven, sondern treuen Landeshindern einen so bedeutenden Platz eingeräumt und einen so wichtigen Posten anvertraut habe. Dahingegen fehlten die Palmyrener nirgends, wo es galt, Israel zu schaden. Sie standen in den Reihen des Feindes bei

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