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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 9 · p. Seite 327

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 9
Article
Don Balthasar Isaak Orobio de Castro
Date
1867-01-01
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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Don Balthasar Isaak Orobio de Castro. 327 und die ihn versicherten, dass es mir unmöglich sein würde, eine Beweisführung zu widerlegen, die sie vorzubringen gedachten. Ich habe mich lange wegen meiner geringen Fähigkeit gesträubt. Ich habe ihnen bemerkt, dass Religionsdisputationen nicht zu enden pflegen, ohne die Ohren der Zuhörer zu verletzen, welche oft keine andere Kenntniss von ihrer Religion haben, als dass sie das Vermächtniss ihrer Väter ist. Aber nichts hat mich davon befreien können, in den Kampf einzutreten3). Der Ausgangspunkt seiner Polemik ist, dass (wenn man es nach heutigem Sprachgebrauche bezeichnen will) die Dogmatik des Judenthums einzig und allein im Pentateuch, in der Thora, in der sinaitischen Gesetzgebung zu suchen sei, nicht in den Propheten. Diese haben gar nichts Neues gebracht, keinen neuen Gottesbegriff, keine neue Lehre, kurz, kein neues Dogma, sondem nur Schwung, Begeisterung, Ermahnung, die Gesetze und Lehren der Thora zu befolgen, sie zu Gemüth zu führen. ״Und wenn es gar keine Propheten gegeben hätte, so hätte der Pentateuch allein das Volk Israel genügend von der Göttlichkeit seines Schöpfers belehrt, so weit es überhaupt der menschliche Geist zu fassen vermag4)Aus dieser Prämisse folgerte er, dass die Messiasidee, welche die Propheten aufgestellt haben, mit dem Kern des Judenthums nichts gemein haben, die pentateuchische Dogmatik gar nicht tangiren, nicht mit ihr im Widerspruch stehen und noch weniger sie auf heben könne. Die Propheten nach Mose können keine neue Heilslehre gebracht haben. Mit Recht macht Orobio darauf aufmerksam, dass im Pentateuch nur Vermeidung jeder Art des Götzendienstes, auch Sabbat, Beschneidung, Vermeidung unzüchtigen Wandels, Redlichkeit im Verkehr wiederholentlich betont und eieren Uebertretung mit Strafe bedroht wird, aber eine gewisse Vorstellung von Gott, ob er mit dem Geiste so oder so aufzufassen sei, wird 3) Israel venge p. 190. 4) Das. erstes Capitel.

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