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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 8 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 8
Article
Zur Ethik des jüdisch-alexandrinischen Philosophen Philo
Date
1867-01-01
Page
Seite 291 (sequence 11)
Language
German
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alexandrinischcn Philosophen Philo. 29 i Verfasser erfüllt, aber wir vermissen die Wärme, die gerade diese Gesetze der Milde in uns hervorzubringen geeignet sind. Statt der trockenen, oft nicht stichhaltenden Gründe wie weit gerathener wäre es gewesen, an das Gemüth zu appelliren, nachzuweisen, wie tief diese Gesetze in den edleren Regungen des Menschen, in dem Mitgefühle, dem Edelmuth, dem Mitleiden u. s. w. begründet sind. Wie tief greift die palästin. Lehre und Sage, ohne bis zum Ueberdrusse auf die Tugend zurückzukehren und ohne orato risch es Pathos, in die Tiefen des Gemüths, schreibt in ihm diese Gesetze mit unvergängliehen Zügen ein und bewirkte, dass ihre Ausübung mit dem jüd. Volke zusammen wuchs und gleichsam sein Losungswort und Kennzeichen bildet! —- Philo sagt in einer oben angeführten Stelle: ״Der grösste König ist, verglichen mit der Tugend, arm. Seine todten Reichthümer werden in Kellern und geheimen Orten vergraben־, die Reichthümer der Tugend wohnen in der erhabensten Stelle der Seele/'• Stellen wir dieser Ausführung folgende Erzählung des Talmud gegenüber: ״Der König Monbaz vertheilte in Jahren der Hungersnoth seine Schätze und die von seinen Vätern aufgehäuften Schätze an Arme. Seine Brüder und Verwandten stellten ihn hierüber zur Rede: ״.lene haben gesucht die Schätze zu vermehren, du vergeudest sie!“ ״Jene haben für diese Erde gehäuft, ich für den Himmel־, Jene sie an Orte hinterlegt, wo sie geraubt werden können, ich an Stellen, wo keine Hand sie anzutasten vermag; Jene haben Geld erworben, ich Menschenleben; Jene haben gehäuft für Andere, ich für mich; Jene für das diesseitige Leben, ich für das Jenseits3).“ Und von welchen Lehren und Erzählungen der Ausübung der Liebespflichten, von welchem tiefen Mitgefühle für den Leidenden, von welchen Vorschriften der Wohlthätigkeit und der Weise, wie sie geübt werden soll, dass dem die Wohlthat Empfangenden jedes Schamgefühl erspart 3) Vgl. Tosifta Poa c. 4, bah. Talm. Baba Batra 11a, jcr. Talm. Pea 1, 1.

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