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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 8 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 8
Article
Zur Ethik des jüdisch-alexandrinischen Philosophen Philo
Date
1867-01-01
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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alexandrinisclicQ Philosophen Philo. 287 als ein Nachkomme von Feinden ausgeschlossen sein, sondern er werde im dritten Geschlechte aufgenommen in die Gemeinde des Ewigen und geniesse dieselben Rechte, wie der Einheimische (das. V. 9). Aber nicht nur gegen Fremde, auch gegen den Feind hat er milde und gütige Gesetze ►vorgeschrieben. Selbst wenn wir schon mit den Waffen in der Hand heranrücken und die Eroberungsmaschinen gegen die Mauern gerichtefc sind, soll ein Herold Frieden verkündigen, und wird er angenommen, so erfolge Freundschaft (das. 20, 18 f.). Und wie menschlich ist das Gesetz gegen die im Kriege Gefangenen (das. 21, 10 f.)! ״Sie soll einen Monat Vater und Mutter beweinen, und dann sollst du ihr beiwohnen und sie dir zur Frau nehmen.“ Diese Zeit ist ihr eingeräumt, dass, ist sie eine Jungfrau, sie ihrem Schmerze freien Lauf lasse, dass ihre Eltern nicht Zeugen ihrer Verheirathung sind; und ist sie Wittwe, dass sie den verloren, der sie als Mädchen geheirathet. Auch soll diese Zeit gewartet werden, um die wilde Wollust zu zügeln. — Findet er später nicht Gefallen an ihr, so soll er sie nicht als Sclavin behandeln, noch sie verkaufen, sondern ihr die Freiheit geben (das.)• Der Gesetzgeber zielt überhaupt darauf hin, dass sich die Gefühle der ]Menschlichkeit und der Versöhnlichkeit verbreiten. Darum befiehlt das Gesetz: ״Wenn du begegnest dem Ochsen oder dem Esel deines Feindes umherirrend im Felde, sollst du ihn ihm zurückgeben.“ ״Wenn du siebest den Esel deines Feindes unter seiner Last liegen, sollst du ihm auf helfen“ (Exod. 23, 4. 5). Dieses ist nicht nur ihm, sondern auch dir von Nutzen. Wer eine Wohlthat empfängt, ist geneigt zur Versöhnung, und wer sie ertheilt, fühlt sich zu dem hingezogen, dem er sie ertheilt, und so erwacht ein Gefühl der Annäherung, das dem Einzelnen, wie der Gesammtheit zum Heile. Auch hinsichtlich der Sclaven sind Gesetze erlassen, die der Ausdruck reiner Menschenliebe. Nach sechs Jahren erhält der Sclave die Freiheit; ferner soll auch der fremde Sclave, der sich zu dir geflüchtet, nicht ausgeliefert werden (Deuteron. 23, 16). — Heben wir nun

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