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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 8 · p. Seite 284

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 8
Article
Zur Ethik des jüdisch-alexandrinischen Philosophen Philo
Date
1867-01-01
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
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284 Zur Ethik des jüdisch Neben vielen anderen früher5} erwähnten Zügen werden hier hervorgehoben, dass, als das Ende seines Lebens herannahte und ihm mitgetheilt wurde, er werde bald von hinnen scheiden, er nicht Königen und anderen Männern nachalimte, deren Wunsch und Streben einzig darauf gerichtet ist, ihre Kinder als Erben eingesetzt zu sehen. Wie anders Moses! Das Wohl seines Volkes allein berücksichtigend, wendet er sich zu Gott mit der Bitte, dass er einen Mann einsetze über die Gemeinde, der vor ihr ein- und ausgehe (Numer. 27, 16 f.). Und nachdem Josua als sein Nachfolger bezeichnet worden war, legte er, fern von Trauer, dass seine Kinder übergangen wurden, seine Hände mit Freudigkeit auf sein Haupt und ermahnt ihn, wie er mit Geduld und Ausdauer das Volk leiten möge. — Und mit welcher tiefen, sein Gemüth ganz durchhauchenden Liebe spricht er seinen Abschiedssegen an die zwölf Stämme und schliesst mit dem Wunsche, dass sich ihnen die Quellen ewigen Heiles eröffnen! Heben wir nun hervor, fährt Philo fort, was der Gesetzgeh er als Vorschriften der Milde nicht nur gegen Mensehen, sondern auch gegen Thiere und sogar gegen Pflanzen empfiehlt. Beginnen wir mit den Vorschriften gegen Menschen. Er verbietet dem Bruder auf Wucher zu leihen (Deuteron 23, 20 u. s.). Unter Bruder ist nicht nur der von denselben Eltern Geborene, sondern jeder Bürger und Stammgenösse zu verstehen. Es liegt uns eigentlich die Pflicht ob, mit vollen Händen und gutem Willen den Armen zu geben. Doch will Jemand nicht geben, so sei er bereit zu leihen ohne ausser dem Darlehn Etwas zurückzu־ empfangen. So werden die Armen nicht in das äusserste Elend gerathen, noch werden die Gläubiger Schaden erleiden, da sie doch das Ihrige zurück erhalten. Und sie bekommen noch mehr zurück: das Bewusstsein und den Ruf der Wohlthätigkeit und des Edelmuths, ein treffliches Besitzthum, dem gegenüber gehalten mancher grosse Kö- >) In den drei Büchern über das Leben Mosis von Philo.

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