Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Ethik des jüdisch-alexandrinischen Philosophen Philo
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
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alexandrinisclien Philosophen Philo. 251 Schutz und die Abwehr des Menschen; wie den Thieren zu ihrer Vertheidigung von der Vorsehung natürliche Waffen gegeben sind, so dem Menschen die Sprache. Nun gibt es Manchen, der sich an diesem Gute vergreift, er will das vernünftige Sprechen unterdrücken, er soll es aber sogleich zurückgeben, von seinem frevelhaften Vorhaben ablassen, denn u. s. w.5)a. Doch behauptete, wie beim Geschichtlichen der Schrift, auch hier der Wortsinn sein Recht, und selbst Manches, was, wie Philo an einer Seite sagt, ausschliesslich allegorisch erklärt werden muss, wird an anderen Stellen nach seinem wörtliehen Sinne als Beweis der Milde und liebevollen Sorgfalt des Gesetzgebers angeführt. Hier sind hervorzuheben zwei Bücher, die sich mit der natürlichen Erklärung der gedachten Gesetze beschäftigen: Heber die Tapferkeit, über die Menschlichkeit6). Nicht der wilde Muth ist Tapferkeit zu nennen, beginnt Philo am Eingänge der ersteren Schrift, der sich wild in Schlachten stürzt und sich an Strömen Blutes sättigt, sondern die sind die wahrhaft Tapfern, die Armuth, Krankheit und anderen Hebeln mit ungebrochenem Muthe entgegengehen. Gleichbedeutend mit Tapferkeit ist daher Massigkeit und das Sich ab wenden von Aeusserem, das Eingehen in sich, das Streben, in sich den Schwerpunkt zu finden. Welch ein schmerzliches Gefühl ist die Blindheit, die Abwesenheit des Augenlichts! Aber wo der Geist tapfer und gewöhnt gegen äussere Hebel zu kämpfen, wo der Geist äusseren Angriffen ein inneres Leben entgegenzusetzen gelernt hat, da gehet ihm in der äusseren Blindheit ein umso stärkeres inneres Licht auf, das nicht erst des Glanzes der Sonne bedarf um zu leuchten und das tiefer als deren Strahlen eindringt. Aehnliches ist von anderen Hebeln zu sagen, 5) Qaod a Deo somnia mittantur p. 579. 6) De Fortitudine, de Ilumanitate. Diese Bücher bilden mit noch anderen die religiös ־ethischeu Abhandlungen Philo’s. Noch besitzen wir von ihm mehrere religiös - exegetische Abhandlungen, wie über den Dekalog u. a.