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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 7 · p. Seite 245

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 7
Article
Zur Ethik des jüdisch-alexandrinischen Philosophen Philo
Date
1867-01-01
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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alexandmiischen Philosophen Pliilu. 245 hatte einen grossen Gerichtshof und eine an Pracht und Reichtlium fast den Tempel zu Jerusalem überragende Synagoge5). Doch hatten sie, durch die Tagesgeschäfte absorbirt, nur wenige Gelehrte auf dein Gebiete der Schriftforschung aufzuweisen5). Die Welt der religionsphilosophischer Speculation Obliegenden war von geringem Umfange, in ihr concentrirten sich die philosophisch-speculirenden Kräfte, und als ihr Repräsentant ist Philo zu betrachten, der viele Schriften hinterlassen, aus der wir diese Welt kennen lernen. Philo stammte aus einer alten vornehmen Familie (der Alabarchen) und stand, wie sich aus der auf ihn gefallenen Wahl zum Obmann einer von den Juden Alexandriens an Caligula abgesandten Deputation ergibt, bei seinen Glaubensgenossen in hoher Achtung. Dem Inhalte seiner Schriften nach zeigt sich uns Philo als einen von der tiefsten Anhänglichkeit an den Glauben Israels durchdrungenen und begeisterten Mann. Und wie unbegrenzte Pietät für die Religion seiner Väter, so spricht in ihm ein hoher, allem Gemeinen und Niedrigen mit namenlosem Abscheu entgegen tretender Seelenadel. Dennoch hat seine Verehrung für die Schrift dem Glauben tiefe Wunden geschlagen, und sein tiefer Abscheu vor dem Laster nicht beigetragen zu edlen Thaten zu ermuntern, Philo hält die Schrift in hohen Ehren und jedes ihrer Worte ist ihm von tiefster Bedeutung; aber sie war ihm Allegorie, und so schwand ihm der feste Boden für Geschichtiiches nicht minder wie für das Gesetz. Die biblisehen Personen sind ihm personficirte Seelenkräfte und Seelenthätigkeiten: Abraham die Gottesbeschauung, seine Wanderung aus dem väterlichen Hause das Verlassen ה) Synhedrin zu Alexandrien vgl. Ketubot 25. Die grosse Sy nagoge zn Alexandrien vgl. Succa 51. 6) Es werden namhaft gemacht: R. Jochanan der Alexandriner, Chanan der Egypter, wahrscheinlich aus Alexandrien, beide Schüler des R. Akiba. Aus späterer Zeit: R. Sacca‘1 aus Alexandrien, R. Tanclium b. Papa, der daselbst lebte, und noch manche Andere.

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