Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / St.
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829346-2829353--10664-2862943- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
238 Recensionen und Anzeigen. war, entscheidet sich der Herr Verfasser dahin, dass das Hebräische neben dem Chaldäischen gesprochen und nur allmälig durch den Einfluss des Letzteren vollständig getrübt wurde. Die Annähme (S. 3), dass griechische Ausdrücke erst in sehr später Zeit in die Volkssprache aufgenommen wurden, ist vollständig unbegründet, und der dafür beigebrachte Beweis, dass sich auch in Kohelet und Daniel keine griechischen Ausdrücke finden, geradezu unrichtig. Es würde hier zu weit führen, die in den genannten Büchern vorkommenden Gräcismen zusammenzustellen, die ohnedies in neueren exegetischen Werken ausführlich genug besprochen werden. — Seite 16 beweist der Verfasser, dass schon in der Bibel 5 statt עם stehe durch des. 44, 12 und der. 36, 18. Allein ב bezeichnet dort das Mittel oder Werkzeug, עם wird nie in dieser Bedeutung gebraucht; wahrscheinlieh hat sich der Verfasser durch die deutsche Uebersetzung der betreffenden Stellen irreführen lassen, da das deutsche ״mit" sowohl zur Bezeichnung eines begleitenden Umstandes, als eines Mittels oder Werkzeugs dienen kann. — 8. 18 warnt der Verfasser selbst vor dem allzueifrigen Streben, Wörter der Mischnasprache aus dem Griechischen herzuleiten; dennoch erklärt er später על מנת als das griechische j^eVog(!), während es sich ganz gut durch das hebräische מנה erklären lässt. Sehr unwahrscheinlich ist die Erklärung von 24 .8) מפרכס) durch das griechische 7c8ql%oq8vco. Wie לןבן, das dem griechischen Xoeßig entspricht, durch die Einschiebung des ץ hebraisirt ist (S. 25), hätte jedenfalls näher erklärt werden sollen, da ein gewohnlicher Leser die Wahrheit dieser Behauptung nicht ohne Weiteres erkennen wird. — Auf unwissende Leser muss der Verfasser doch auch gerechnet haben, denn nur für solche kann z. B. die auf S. 83 gegebene Erklärung nothwendig sein, dass das Zeitwort סחף umherziehen, umherwandern bedeute, da ein jeder, der nur ein hebräisches Wörterbuch zu gebrauchen versteht, dies nicht erst aus dem Werke des Herrn Weiss zu erfahren braucht. — Seite 31 hat der Verfasser, wahrscheinlich dem hebräischen חנק zu Liebe, statt des im Griechischen gebräuchliehen &y%co und cty%opcu das nirgends verkommende ayx<a, ayuo^uxt. geschrieben. Diese Aenderung ist vollständig überflüssig, da auch bei anderen Wörtern statt des griechsichen % im Hesräisehen ein ק gesetzt wird; so z. B. bei לקר1סטומלין dem griechischen