Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / St.
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829346-2829353--10662-2862941- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
236 Recensionen und ±\nzeigen. eifer des Neubekehrten veranlassten Aeusserungen und wenden wir uns seinem Werke selbst zu. Es ist in hebräischer Sprache geschrieben, weil der Herr Verfasser, wie er in der Vorrede sagt, auch auf solche Leser rechnet, die den in deutscher Sprache geschriebenen Werken abhold sind. Aus diesem Grunde fand er es wahrscheinlich auch für nothwendig, die Resultate früherer Forschungen über die Mischnasprache fast vollständig mit seinen eigenen vielfach interessanten Bemerkungen zu vereinigen. Wir hätten jedoch eine deutlichere Scheidung der neuen Bemerkungen des Herrn Weis8 von den alten seiner Vorgänger gewünscht; durch öfteres Citiren der benutzten Werke wäre dieselbe leicht zu ermögliehen gewesen. Mit vollem Rechte führt das Werk den Titel ״Studien über die Sprache der Mischna." Ein so umfassendes Thema, wie das der Mischnasprache, lässt sich durch eine kleinere Arbeit nicht vollständig erschöpfen. Zu seiner eingehenden erfolgreichen Behandlung ist überhaupt nur der befähigt, der neben der für eine jede wissenschaftliche Arbeit erforderlichen Genauigkeit gründliche Kenntnis8 der hebräischen, chaldäischen, griechischen und lateinischen Sprache und Grammatik besitzt. — Es ist ausserordentlich zu bedauern, dass Herr Weiss diesen Anforderungen nicht vollständig entspricht. Bei seinem Scharfsinn und bei seiner genauen Kenntnis8 der mit der Mischna im engsten Zusammenhang stehenden Werke: Tosifta, Mechilta, Sifra und Sifri wäre es ihm eher als manchem Andern möglich gewesen, auf diesem Gebiete Dankenswerthes zu leisten. — Wir wollen hier nur einige wenige von den Ausstellungen anführen, die sich uns beim Durchlesen des Werkes aufdrängten. Wenn auf Seite 73 der Grundsatz ausgesprochen wird: בענינים כאלה אין לדון אלא על סי הרוב , dass Herr Weiss bei der Aufstellung seiner Regeln sich nur nach der Mehrzahl der Beispiele richtet und sich nicht beirren lässt durch einzelne widersprechende Fälle, so können wir dies durchaus nicht billigen. Vor Allem bezweifeln wir, dass der Herr Verfasser jeweils in allen sechs Tractaten die einzelnen Fälle zusammengesucht und genau abgezählt hat, ob in der That die Mehrzahl der Beispiele für seine Regel spreche. Und auch hiervon ab-