Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Beiträge zur samaritanischen Pentateuch-Übersetzung und Lexicographie
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829346-2829353-2862887--10641-2862925- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
220 Beiträge zur samaritanischen Pentateuch- כל מכה נפש לפי עדים ירצה את הרצה Num. 35, 30 abersetzt die sam. Paraphr. כל קטל נפש לקבל סעדאים יקטל ית כטולר,; sie gibt לפי nicht wie gewöhnlich לפוט oder על טיטר> sondern ״ לקבלvor, in Gegenwart“, um dadurch anzudeuten, dass Todesstrafe nur dann verhängt werden könne, wenn der Mord iif Gegenwart der Zeugen geschehen sei, nicht aber auf einen Indizienbeweis hin. Derselben Anschauung begegnen wir im talmudischen Criminalrecht. Bekannt ist die im Talmud (Synhedr. 37b, Scheb. 34a) häufig angeführte Ermahnung, welche nach sich ziehen, führen״ ableitet, bemerkt בא הכתוב ללמדך על בהמה ״ ,דקה שהיא נקנית במשיכהdie Schrift: will dich hierdurch wissen lassen, dass Kleinvieh durch den Act der משיכה in den Besitz des Käufers übergeht״*, vergl. noch Baba mez. 49 a. דלא נ נידה מסה ן heisst demnach: die kein Herr (zum Behufe der Besitzergreifung durch Kauf) nach sich gezogen hat; also, die keinen Herrn hat. Der Hebersetzer hat hierdurch die oben angemerkte Tautologie vermieden, indem er die Kalbin, mit der noch keine Arbeit verrichtet worden sein durfte, nun auch noch als eine solche bezeichnet, die herrenlos sein muss. Der zweite Beweis, den Geiger für seine Behauptung anführt, dass sich in der jüdischen Tradition in Bezug auf die ״rothe Kuh" (פרה אדומה) eine, der von ihm hier ausgesprochenen analoge Auffassung findet, spricht geradezu gegen ihn. Der dort (Hum. 19, 2) gebrauchte Ausdruck אשר לא עלה עליה על legte dem halacliischen Midrasch eine solche Auffassung nahe, indem er עלה den gewöhnlichen Ausdruck für das Bespringen der Thiere in diesem Sinne nahm und lehrte עלה עליה וכר פסולה. Es ist also ebenso natürlich, dass sich ״Spuren" einer solchen Auffassung nur bei der rothen Kuh finden, wie es gar nicht ״merkwürdig" ist, dass sie bei der Kalbin ganz und gar fehlen. Was endlich Abu-Said betrifft, so übersetzt dieser allerdings ר was 2b er nach dem Bisherigen nichts mehr beweist» als dass er, nach dem Vorgänge der Paraphr., ebenfalls בעל gelesen, dieses aber in seiner andern Bedeutung ״Mann", , gefasst bat. So ist er z. B. ebenfalls nur durch die Paraphr. aufmerksam gemacht worden המיתו (Exod. 4, 24) zu übersetzen, während er in der weitern Ausführung dieses und des folgenden Verses dennoch von ihr abweiclit, indem er seine Sache noch besser zu machen glaubt.