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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 6 · p. Seite 212

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 6
Article
Zur Lage der Juden in Galizien
Date
1867-01-01
Page
Seite 212 (sequence 12)
Language
German
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212 Zur Lage der Juden in Galizien. Von letzterer Modalität dürfte indess kein erheblicher Erfolg versprochen werden können, denn die Erfahrung zeigt, dass die Juden, die in überwiegender Mehrzahl sich mit Handels- und Speculation-Geschäften befassen und daher das Interesse haben, im Centrum des Verkehrs, also in der innern Stadt, sich aufzuhalten, lieber alles Ungemach erdulden, mit welchem das gedrängte Wohnen in den engen, schlechten, ruinenhaften Häusern des Stadtviertels verbunden ist, als dass sie die geräumigeren und gesünderen, aber entfernteren Wohnungen der äusseren Vorstädte aufsuchten. Indess könnten, wenn einmal den Juden die Möglichkeit gegeben ist, in den, wenn auch entfernten Vorstädten zureichend Unterkunft zu finden, die zweckentsprechenden sanitätspolizeilichen Massregeln zur Beseitigung der Uebelstände in den jetzigen jüdischen Stadtwohnungen jedenfalls mit mehr Nachdruck gehandhabt werden. Die proponirten Erweiterungsmassregeln sind allerdings nur palliative, über kurz oder lang wird doch auch den Juden in Lemberg das allgemeine Recht der Wohnfreiheit nicht wieder entzogen werden können. Allein immerhin dürfte es angezeigt sein, hierzu einen passenden Uebergang zu finden, der eben die Ausdehnung des jetzigen Bezirkes vermitteln und verhüthen soll, dass nicht die Stadt und die christliche Bevölkerung der Ueberfiuthung durch die Juden auf einmal preisgegeben werde. Ein weiterer Zeitverlauf dürfte dann auch die Juden der Würdigkeit, von jeder Wohnungsbeschränkung emancipirt zu werden, näher bringen. Als eine fernere vermittelnde Massregel würde sich ein liberaleres Vorgehen bei ausnahmsweisen Bewilligungen zum Wohnen ausser dem befugten Judenbezirke empfehlen. An der Bedingung zur Ablegung der jüdischen Trach״ ten wäre wie bisher festzuhalten. Die Ablegung der altjüdischen Kleidung ist eine Art Läuterungsprocess der Juden. Wer sich entschliesst, die alte Tracht abzulegen, streift damit ein gut Theil eingewurzelter Vorurtheile ab;

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