Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur samaritanischen Pentateuch-Übersetzung und Lexicographie
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829346-2829352-2862799--10569-2862848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
178 Beiträge zur samaritanischen Pentäteuch^; f ansichten auf den Pentateuch, als ihre einzige Religionsquelle, zurückzuführen; die Persönlichkeiten der biblischen Gottes- Männer, der Stammväter und Propheten auf Kosten der mit ihnen in Berührung tretenden Götzendiener zu glorificiren, so wie Anthropomorphismen jeder Art auf das Aengstlichste zu vermeiden, dem wir schon bei der Behandlung des samaritanisch-hebräischen Textes begegneten,2) tritt uns auch in der sam. Paraphr. mit aller Schärfe entgegen. Sie hat nicht nur alle Correeturen, Emendationen und Fälschungen, die sich ihr Text zu diesem Behufe hat zu Schulden kommen lassen, genau übersetzt, sondern hat diesen noch neue hinzugefügt und gellt in dieser Beziehung noch in vielen Punkten über ihren Text hinaus. Dass die sam. Paraphr., nach dein Vorgänge ihres Textes,3) gleich Onkel, ängstlich bestrebt ist, Ausdrücke, die ihr mit dem göttlichen Wesen schwer vereinbar schienen, zu mildern und zu umschreiben, so wie Anthropomorphismen auf das Sorgfältigste zu vermeiden, hat schon Winer (a. a. 0. 8. 61) richtig nachgewiesen. Wir wollen hier noch mehrere derartige, bis jetzt übersehene Stellen hervorheben, deren Nichtbeachtung in den sam. Wörterbüchern falsche Angaben verursacht hat. Genes. 12, 1 hielt der Paraphrast die wörtliche Uebersetzung von לארץ אשר אראך für unpassend, da ihm der Ausdruck 1 ראה auf Gott bezogen, zu körperlich erschien. Er übersetzte deshalb לארעה ״ דמלכנךin das Land, das ich dir rathen werde"; denn diese Bedeutung hat מלך? wie im chald. und syr., so auch im sain.,4) nicht aber wie Castell, will ״ostendere^. Aehnlich hat auch Abu-Said ׳ — Dass Gott Abraham sollte befohlen haben, seinen Sohn als Opfer darzubringen, will schon der sam. Text nicht zugeben. Er liest deshalb das. 22,2 לעלה nicht לעלה und hat auf עלה den diacritischen Strich (עלה)? um es als infinit, von עלה bezeichnen und als solches von ללה zu unterscheiden; seine Leseart ist demnach והעלהו שם עלה*? ganz dieser 2) Ygl. unsere Disserfc., S. 9 — 25. 3) Das. S. 22. flg. 4) Ygl. Genes. 23, 8 ופגעו לי sam. Paraphr. אמלכו לי, berathet mir.