Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Nationalitäten
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 6)
- Language
- German
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Nationalitäten. 173 mit dem Fürsten Michael, bei dessen gegenwärtiger Anwesenheit daselbst ernstliche Rücksprache über die Lage der Juden Serbiens za nehmen. Ist viel von 801ehern Herrscher zu hoffen, viel von solchem Senate, der in seiner notorischen Rohheit und Unfähigkeit einen auch den besten Willen hemmenden Factor bildet? Die eurepäische Diplomatie darf stolz sein auf diese zu Ehren gebrachte Nationalität! Knüpfen wir hieran noch eine andere Betrachtung: Man hört von mehreren Seiten die Behauptung aussprechen, es trete an das gebildete Europa die Forderung heran, die europäische Türkei durch Vertreibung der Türken der Civilisation wieder zu gewinnen. Der französische Akademiker Beuld hat in einer der letzten Nummern der Revue des deux Mondes die Verkeilung der Türkei unter die verschiedenen, unter türkischer Herrschaft lebenden Völker vorgenommen und sie reichlich, Griechenland an ihrer Spitze, bedacht. Der Akademiker mag an seinem Sfcudirtische von civilisatorischen Versuchen träumen; aber wäre in der That die Civilisation durch Vertreibung der Türken gefördert? Hören wir, was selbst ein neugriechischer Schriftsteller, ein in diesem Punkte gewiss glaubwürdiger Zeuge, über Türken und Griechen aussagt: ״Der Türke ist gerade (wahr, lauter) und edelsinnig, der Grieche ehrgeizig und verschlagen3).“ Die Griechen an die Stelle der Türken getreten, diese Völkerschaften nach ihrer ״Nationalität“ selbstständig, wird die Civilisation dabei gewinnen? Man hat dann eine Reihe serbischer Staaten und serbischer Senate geschaffen, hat an die Stelle des ״Geraden und Edelsinnigen“ die Falschheit und Tücke gesetzt. Mag die Diplomatie vorgeben, sie wirke für den Glauben, die Gottheit zürnt ob solchen Wirkens; und nahet einst die Stunde —- die wohl noch fern und, 3) o Tovqhos svd’vg kccI dysQcoxoq, 6 F^atog cpdoupog nal ngvipivoog. Vgl. Grenzboten 1867, Nro. 7, wo manches Nene, von der vulgären Anschauung über Türken Abweichende.