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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 5 · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 5
Article
Ein vergessener Zeitgenosse Mendelssohn's
Date
1867-01-01
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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;;Ein vergessener Zeitgenosse Mendelssohn’s. 165 betet ah den Herrn Zebaotli I Danket ihm inbrünstig für die Errettung aus der Schmach und dem Drang, darin wir so lange schmachteten; preiset seinen Namen immer und ewiglich, dass er für unser Leben einen andern Salomo gesendet hat. Lasset uns ihm aber auch als un-. serm höchsten Wohlthäter auf Erden in ewiger Treue und Gehorsam huldigen, und seinem so wohlthätigen Scepter mit unseren Kindern und Kindeskindern ehrerbietigst geliorsam und unterthänig sein." Bei diesem Vergleiche zwischen dem weisen jüdischen König und dem österreichischen Kaiser kommt auch die Kaiserstadt, das stolze Wien, wie es damals genannt wurde, nicht zu kurz. ״Wie ehemals Jerusalem, die Residenz Salomo’s, der Sammelplatz so vieler ausländischer gekrönter Häupter war, die durch mühsame Reisen nicht abgehalten wurden, Weisheit von ihm zu lernen, so ist es das stolze Wien nicht minder. Was hat es nicht, seitdem Joseph das Scepter führt, für erhabene Reisende in seinen Mauern gesehen — Russlands künftiger Thronfolger . . . auch Rom’s Oberhaupt, der sich sonst in Jahrhunderten nicht von seinem Wohnsitze entfernt hatte, kam und sah und bewunderte Joseph's ungelieuchelte Gottesfurcht als die Quelle seiner weisen Regierung und legte in einer rührenden Rede der ganzen Welt ein unparteiisches Zeugniss seiner nachahmungswürdigen Regierungsform ab." ״Auf Gottes Nachahmung", so schliesst der Paneg3rriker, ״bautest Du, erhabenster Kaiser! Deinen majestätisehen Thron auf vier Grundsäulen, er ruhet auf Weisheit, Gerechtigkeit, Huld und Menschenliebe, deren durchdringender Glanz gleich dem Glanz der Sonnen alle vier Welttheile durchleuchtet, und wovon mich, tief gebeugt im Staube, auch ein kleiner Strahl erquickte, der mich stark überzeugte, zu sagen: das ist Salomo der Zweite! Ich las im heiligen Buch seine Geschichte — und fand stärkere Züge der Weisheit in den edlen Thaten, womit Du, grosser Joseph! seine Aehnlichkeit übertriffst.(!) — Ich schrieb, was ich empfand, und lege voll tiefster Ehrerbietung und gerührtester Unterwürfigkeit diese Empfin-

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