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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 5 · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 5
Article
Ein vergessener Zeitgenosse Mendelssohn's
Date
1867-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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164 Eia vergessener Zeitgenosse^׳iMerideljssolih’s^ Fehlern, die ihn hier schon beunruhigen, ־and jenseits Vles Grabes wird sein Schicksal noch trauriger sein!" Mit nicht geringem Interesse verfolgte Alexander die Bessergestaltung der politischen Zustände seiner Glaubens׳ genossen. In den ersten Tagen des Jahres 1782 erliess Kaiser Joseph sein bekanntes Toleranzedict, in dem er die goldenen Worte sprach: ״Von Antretung unserer Re״ gierung haben wir es einen unserer vorzüglichsten Augenmerke sein lassen, dass alle unsere Unterthanen ohne Unterschied der Nation und Religion, sobald sie in unseren Staaten aufgenommen und geduldet sind, an dem öffentliehen Wohlstand vgemeinschaftlich Antheil nehmen, eine gesetzmässige Freiheit gemessen und auf jedem ehrbaren Wege zur Erwerbung ihres Unterhaltes kein Hinderniss finden sollen.“ Dieses Edict, das in der Geschichte der Juden in Oesterreich das Aufgehen eines neuen Morgenrothes bezeichnet, begeisterte den hocherfreuten Rabbiner zu einer Verherrlichung dieses seit damals den Juden so theuren Namens, zu einer Parallele zwischen Salomo und Joseph II.4) ״Wo finden wir“, ruft er aus, ״in den Geschichtsbüchern alter und neuer Zeiten in dem Oharakter eines Monarchen mehrere ähnliche Züge salomonischer Weisheit beisammen, als in dem glorreichen Oharakter Joseph’s II.? Zu schwach und viel zu unfähig sie alle zu entdecken begnüge ich mich mit den erquickenden Strahlen, die von Seinem huldreichen Throne auf mich, als Israeliten, und auf meine zerstreuten Glaubensbrüder fallen — und auch hier fühle ich mein Unvermögen, solche ehrerbietigst genug zu erkennen und zu preisen! Doch muss ich den Empfindungen meines dankbar gerührten Herzens Raum geben, öffentlich zu sagen, zu rühmen, zu loben, und mit der tiefsten Ehrfurcht zu bekennen, was für lebhafte Eindrücke Joseph’s grossmüthige Regierungsart in meiner Seele gewirkt hat. . . . Darum fallet nieder, begnadigte Glaubensbrüder! Fallet nieder und Salomo und Joseph II. mit einer Einleitung* von Isaak Alexander. Wien, Baumeister 1782. (62 S.)

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