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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 4 · p. Seite 141

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 4
Article
Ein Blick auf die Juden in Galizien
Date
1867-01-01
Page
Seite 141 (sequence 17)
Language
German
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141 Stempel einer Schale aufzudrücken und von ihm eine strenge Ordnung unnachsichtig zu verlangen, von seinen Schülern einen gewissen Bildungsgrad zu fordern und ihnen darum die Pflicht des Schulbesuches ohne Ausnahme aufzuerlegen, dazu ist er nicht alleinberechtigt, sondern auch verpflichtet. Den langen Rock und den Jargon zu beseitigen liegt weder in seiner Macht, noch in seiner Befugniss, und wäre auch ein vergebliches Bemühen. Den dortigen Jaden aber bei jeder Gelegenheit zu zeigen, dass sie für ihn wenigstens keine Ausnahmeclasse bilden, dass sie sich in rechtlicher Beziehung von der andern Bevölkerung durchaus nicht unterscheiden, das gehört zur schönen Pflicht des Staates, und das wird alle innern Unterscheidungen und Ab- Schliessungen von selber aufhören lassen. Dies ist freilich ein langer Weg, aber er führt desto sicherer zum Ziele, Er überlässt freilich viel der nur langsam und allmälig bildenden und um gestaltenden Zeit, aber für die dortigen Juden wird er eben darum von dem heilsamsten Einflüsse sein. Er wird sie an eine Stufenmässigkeit gewöhnen, er wird mildernd und vermittelnd auf die dort herrschenden grellen Gegensätze wirken und er wird lehren, wenn wir so sagen dürfen, ebenmässiger und weniger extrem zu sein. So liegt es auch hier in der Hand des Staates, früheres Unrecht zu sühnen und damit reichen neuen Segen zu bringen. Ein Blick auf die Juden in Galizien. Und damit glauben wir, nach bestem Wissen das Beachtenswertbeste und Eigentümlichste der jüdischen Zustände in Galizien, insoweit sie namentlich aus der staatlichen und socialen Stellung resultiren, dargestellt und begründet zu haben. — Freilich kann ״ein Blick auf die Juden in Galizien" nicht gut die innern י religiösen Richtungen, namentlich den aller möglichen, durchaus nicht schmeichelhaften Epitheta sich erfreuenden Chassidismus ganz unberührt lassen. Doch haben wir bereits eine Darstellung des letzteren an einem andern Orte und Frankel, Monatsschrift. XVI. 4. 11

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