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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 4 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 4
Article
Ein Blick auf die Juden in Galizien
Date
1867-01-01
Page
Seite 134 (sequence 10)
Language
German
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134 Ein Blick auf die Juden in Galizien. Auf die sociale Stellung. Denn wer wollte leugnen, dass jene für den socialen Umgang und namentlich für den geschäftlichen Verkehr so nothwendige Ungezwungen־ heit des Auftretens und Freiheit der Bewegung bei dem־ jenigen kaum möglich ist, der sich stets unter den mit ihm Verkehrenden als ein Fremder fühlt, der es weiss, dass er sich in seiner ganzen Erscheinung in durchaus unvorteilhafter Weise von der Umgebung unterscheidet, und den die, die allgemeine Geschmacksrichtung nun und nimmer ansprechende Tracht und sonstige Eigenheiten zum Gegenstände steter Beobachtung und zur Zielscheibe des Witzes für die schau- und spottlustige Menge machen. Solche Erfahrungen machen den Reizbaren an88erst empfindlich und verbittert und damit für die Gesellschaft untauglich, oder stumpfen den weniger Empfindlichen gänzlich ab, machen ihn zum geduldigen Werkzeuge in der Hand der Uebermüthigen und dadurch zum Gegenstände der Verachtung und Geringschätzung. Keineswegs aber wird die Selbstachtung und das Selbstbewusstsein gefördert, wenn man auf Schritt und Tritt an seine unerfreuliche, exceptio»eile Stellung erinnert wird. Jenes scheue Wesen, jenes demtithige Auftreten des polnischen Juden, es hängt auch mit seiner Tracht, mit seiner auffälligen Erscheinung eng zusammen und wird nur mit dieser auf hören. So lange er in der Nationaltracht steckt, kommt er aus dem niederdrückenden Bewusstsein seiner socialen Isolirtheit, seiner niedrigen Stellung nicht heraus; in diesem weiten Rocke fühlt er sich gewissermassen vereinsamt, unsicher und unselbstständig dem Christen und dem Deutschen gegenüber; der lange Kaftan hemmt ihn, wie im eigentlichen, so auch im bildlichen Sinne in der freien Bewegung, und verhindert jedes feste und stramme Auftreten. Wahrlich, wir möchten diese Tracht den Judenfleck nennen, den sich die Juden selber angeheftet. Haben wir nicht über eine solche Kennzeichnung, wenn sie von unduldsamen Regierungen ausgegangen, gar viel und mit Recht gejammert? Und nun geht sie — eine wahrhafte Ironie

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