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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 3 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1867-01-01
Page
Seite 117 (sequence 7)
Language
German
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י ]Elecensionen und Anzeigen. 117 den Cultus immer wirksamer zu machen. Dabei verfährt man nach folgenden Bedingungen: 1) berücksichtigt man das historisehe Judenthum; 2) wird das bestehende liturgische Material innerhalb der ersten Bedingung gesichtet und vereinfacht; 3) wird der Cultus belebt und mit der Weihe der Andacht durchtränkt.“ Alles das ist schön gesagt, nur sagt uns leider der Verfasser nicht, wie das Alles zu bewerkstelligen sei, wie das Material gesichtet und vereinfacht, wie ״der Cultus mit der Weihe der Andacht durchtränkt werden soll.“ Der Verfasser lässt sich über das Wie nicht aus, und seine Sätze erinnern uns an das Dichterwort: ״Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen." c. Wir wenden uns drittens zur Autorschaft des Buches. Als wir das vorliegende Buch lasen, fiel uns an demselben folgende Eigenthümlickeit auf: Wir gewahrten oft in einem und demselben Capitel die verschiedensten Stilarten neben einander vertreten; neben einer scharfen, präcisen Ausdrucksweise eine gewisse Derbheit des Ausdrucks, neben der Prägnanz und Kürze eine salbungsvolle, breitspurige Sprache. Wir konnten uns diese eigenthümliche Verschiedenheit des Stils eines und desselben Verfassers lange nicht erklären, bis wir endlich auf die seltsame Vermuthung kamen, der Verfasser habe uns die Schreibweisen derjenigen Gelehrten, welche über denselben Gegenstand geschrieben haben, nämlich die Präcision eines Ewald, die Derbheit HerzfehTs, die Prägnanz eines Zunz und endlich seine eigene salbungsvolle Sprache veranschaulichen wollen. Diese Vermuthung fanden wir auch in der That vollkommen bestätigt. Der Verfasser hat dem ersten Theile seines Buches der ״Dar- Stellung des Tempelcultus", die ״Alterthümer des Volkes Israel" von Ewald zu Grunde gelegt, nicht etwa blos die Resultate oder Gedanken, sondern Ewald’s ureigene Worte. Er hat Ewald mehr oder weniger wörtlich abgeschrieben. 8. XV. ist das Inhaltsverzeichniss wortgetreu abgeschrieben, und dem Inhalts- Verzeichnisse entspricht die ganze Darstellung, in der wir allenthalben fast auf jeder Seite Ewald wiedererkennen, so sehr sich auch der Verfasser Mühe geben mag, Ewald’s Worte in anderer Wendung zu gebrauchen.

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