Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 6)
- Language
- German
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116 Rezensionen und Anzeigen’; in seiner ganzen Anlage verfehlt, doch im Einzelnen recht lesenswerth e Partieen. b. Der zweite Punkt unserer Beurtheilung betrifft im Grunde auch mehr die Anlage des Buches als dessen wesentlichen Inhalt. Diesen wollen wir keiner Kritik unterwerfen, die Resultäte des Verfassers wollen wir unangefochten lassen, aus Gründen, welche der Leser später erfahren wird. Nur im Allgemeinen wollen wir bemerken, dass die vorliegende ״Darstellung des jüdischen Cultus“ nicht ganz der Aufgabe entspricht, welche der Verfasser sich stellt. Der Verfasser verspricht zu schildern, wie der Synagogen-Gottesdienst beschaffen war, ist und sein soll. Demnach bildet, sollte man meinen, die Erörterung der vielen, den Gottesdienst betreffenden Zeitfragen einen wesentliehen ]Bestandtheil der Darstellung; allein der Verfasser würdigt die wichtigsten Zeitfragen, welche noch gegenwärtig an vielen Orten die Gemüther bewegen, nicht der eingehenden Besprechung, deren er andere oft untergeordnete Fragen würdigt. So werden z. B. die beiden Fragen über die Sprache der Gebete und über die Orgel nur flüchtig berührt, nicht aber genau erwogen, die vielfachen Gründe, welche in diesen Cultusfragen für und wider geltend gemacht wurden, werden nicht einmal erwähnt. In der Sprachenfrage weist der Verfasser einfach auf die bekannte Mischna Sota 32 hin, welche in jeder beliebigen Sprache zu beten gestattet, als ob dadurch allein die Sache schon entschieden wäre, als ob nicht gewichtige, nichthalachisehe Gründe der Beibehaltung der hebräischen Sprache im öffentlichen Gottesdienste das Wort redeten! Wir erinnern den Verfasser nur an folgenden Grund, der so oft geltend gemacht wurde, dass nämlich die hebräische Sprache ausschliesslich oder doch vorherrschend im Gottesdienste angewandt, das festeste, ideale Band sei, das die Gesammtheit der auf dem weiten Erdenrund zerstreuten Juden umschliesse und in ihr das Bewusstsein geistiger Zusammengehörigkeit wach erhalte und kräftige. Es ist nicht unsere Sache, hier auf die vielfachen Gründe für und wider die Zulässigkeit der Muttersprache im Gottesdienste einzugehen. Die kritische Tendenz der Darstellung gipfelt, wie es scheint, in folgenden Sätzen, S. 249; ״Das allgemeine Bestreben gibt sich kund, den Gottesdienst immer intensiver, segensreicher,