Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 5)
- Language
- German
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קףנ^;י$ OTkfs׳vך־ד <״ ״ nt 1-1!**;; ■^יv1:—י—! " ..,׳ י ,,־— Recensionen und Anzeigen. : 115 Darstellung zu thun ist. Der Historiker geht an die Dinge mit einem vorgefassten Plane, der Tourist folgt lediglich momentanen Eindrücken und Stimmungen. So besucht auch unser Verfasser die vorsalomonische Stiftshütte, den salomonischen und den zweiten Tempel, macht auch einen Ausflug nach Egypten, um den Oniastempel in Augenschein zu nehmen, und trägt in sein Notizbuch ein, was er da und dort Bemerkenswerthes gesehen und gehört hat. Von einem innern Zusammenhänge der Schilderung, von einem Pragmatismus der Darstellung kann nicht die Rede sein, es sind ja nur Notizen. Der Verfasser erzählt uns, welche Namen die Priester geführt, welche Gewänder sie getragen haben u. s. w. Alle diese Angaben sind richtig und stimmen mit anderweitigen Berichten, die uns zugekommen sind, überein; aber der Verfasser lässt uns darüber im Unklaren, welche Stellung die Priester, die eigentlichen Träger des Tempelcultus, namentlich die Hohenpriester, im sogenannten theokratischen Staate einzunehmen hatten und in den verschiedenen Epochen des staatlichen Lebens wirklich eingenommen haben. Eine Geschichte des Priesterthums nach dieser Seite hin, sollte man meinen, könnte einen Einblick gewähren in die gesammte Entwickelung des Tempelcultus. Doch das ,ist Sache eines Historikers, nicht aber eines Touristen. Der Verfasser erzählt uns ferner 8. 85 über den Tempelgesang Folgendes: ״Die Hymnen, welche die Leviten beim täglichen Opfer sangen, sind hekannt, man kennt sie aus der Liturgie; nach dem täglichen Alenu werden die betreffenden Psalmen gebetet. Am Sonntag der 24. Psalm, am Montag der 48. u. 8. w." Alle diese Angaben sind richtig und stimmen mit den Resultaten der bisherigen Forschungen über die hebräischen Hymnen überein. Von einer literarhistorischen Beleuchtung der Tempelpsalmen, von der Eigenthümlichkeit der nationalen Dichtung, wie sie sich im Dienste und unter dem Einflüsse des nationalen Heiligthums entwickelt und ausgebildet hat, ist in dem vorliegenden Buche nicht die Rede, denn das ist die Sache eines Historikers, nicht aber eines Touristen, lndess, wir wollen der Wahrheit die Ehre geben, wir gestehen, dass das vorliegende Buch, von den Mangeln seiner geschichtlichen Anlage abgesehen, eine reiche Fülle interessanter Bemerkungen bietet. Das Buch enthält, wenn auch