Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1867-01-01
Page
Seite 113 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829346-2829350-2862675--10483-2862722
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

9^777^.׳-^׳.. n;>: ־.-,־ *׳ ,׳; ר,_ , , > —^ Recensionen und Anzeigen. 113 Cultus c) von Duschak. Die Besprechung erstreckt sich demnach auf die Form, den Stoff und die Autorschaft der Dar- Stellung. a. Das vorliegende Buch kündigt sich uns durch seine Feh er schrift als Geschichte des jüdischen Cultus an. Gegen diese Ueberschrift an sich haben wir nichts einzuwenden, wohl aber dagegen, dass sie sich zum vorliegenden Buch nicht eignet, I das heisst, dass dieses den wesentlichen Bedingungen einer ge-! schichtlichen Darstellung nicht entspricht. Der Verfasser ״will! zu schildern versuchen, wie der Tempel- und Synagogen- Gottesdienst beschaffen war, und wie letzterer beschaffen ist." Es soll also nachgewiesen werden, wie der Gottesdienst sich allmälig entwickelt und zu seiner jetzigen Gestalt herausgebildet hat. Ein solcher Nachweis der sich vollziehenden stetigen Entwickelung ist das erste wesentliche Moment jeder geschichtlichen Darstellung, ohne Unterschied des zu behandelnden Stoffes. So zeigt uns die politische Geschichte vor Allem den Entwickelungsgang der aufeinanderfolgenden Begebenheiten, und gewährt uns so einen klaren Einblick in den sich nach einem innern Gesetze der Nothwendigkeit vollziehenden geschichtlichen Process. Die geschichtlichen Ereignisse durchkreuzen aber oft einander, der Forscher selbst würde keinen Ausweg finden, wenn er nicht die Idee, welche die ganze geschichtliche Entwickelung beherrscht, scharf in'8 Auge fasste. Diese Idee bietet ihm den Ariadnefaden in den dunkeln Irrgangen der Geschichte, und ihre klare Darlegung bildet das zweite wesentliche Moment der Geschichte. Was wir von der politischen Geschichte sagten, gilt von einer Geschichte des jüdischen Cultus ganz besonders. Der jüdische Cultus ist mit den höchsten, im staatlichen Leben des Volkes wurzelnden Institutionen innig verwachsen, und so wie die politische Geschichte des Volkes muss auch die Geschichte seines Cultus in ihrer genetischen, stufenweisen Entfaltung aufgefasst und dargestellt werden. Vor Allem müssen die wichtigsten Phasen ihrer Entwickelung bezeichnet, die Hauptepoche der Blüthe und des Verfalls des Cultus scharf von einander gesondert und abgegrenzt werden. Dies ist die erste unerläs8 liehe Bedingung einer geschichtlichen Darstellung des jüdischen Frankel, Monatsschrift. XVI. 3. 9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.