Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über das "Schächten", vom physiologischen Standpunkte
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
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'־■96: lieb er das•?>SchacHten<c/ Vorgang war wie bei den Ochsen, nur die convulsivischen Bewegungen waren etwas stärker, wobei der Kopf ab und zu nach dem Rücken geschnellt wurde (weil die Beuger des Halses, die Antagonisten der Halsstrecker, durchschnitten waren), und dauerten eine Minute länger, so dass der vollständige Abschluss des Todesactes erst mit 5 Minuten erfolgt war. Diese Beobachtungen haben bei mir die Heberzeugung weiter bestärkt, dass die Verblutung überhaupt und vor Allem die Verblutung aus den Hauptgefässen des Halses, die das Blut vom Herzen zum Kopfe und umgekehrt zurückführen, die leichteste der •gewaltsamen Todesarten ist, ״dass somit das Schlachten nach jüdischen Vor- ״Schriften, das Schächten, wie ich es gesehen und ״oben beschrieben habe, keine Thierquälerei ist, ״sondern im Gegentheil zur humansten Schlacht- ״methode'gehört, die allgemein eingeführt zu werden ״verdient.“ Für den Laien mag der Halsschnitt bei dem Schächten etwas Abschreckendes haben, insonderheit dürften das Geräusch, welches die Luftströmung durch die quer durchschnittene Luftröhre verursacht, und die Convulsionen, besonders das Rückwärtssehleudern des Kopfes, namentlich bei Kälbern, den Eindruck einer Quälerei machen. Anders verhält sich die Sache aber bei physiologischer Auffassung der Erscheinungen. Der Kampf zwischen Leben und Tod, der Todeskampf, die Agonie, ist um so grösser, je grösser die Lebensfähigkeit, die Lebenskraft beim Eintreten des Todes ist. Die Vernichtung des Lebens in einem gesunden, noch sehr lebensfähigen Individuum, das Sterben der Thiere unter dem Schlachtmesser, bleibt daher immer eine gewaltsame Todesart unter heftigerem Todeskampfe. Es kommt aber alles darauf an, dass dieser Todeskampf möglichst abgekürzt wird, und vor allen Dingen, dass schnell ein Zustand herbeigeführt wird, in welchem das sterbende Individuum von dem Todeskampfe nichts mehr empfindet. Die Empfindung und das Bewusstsein auf möglichst milde,