Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über das "Schächten", vom physiologischen Standpunkte
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
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vom physiologischen Standpunkte. 95 Schlinge von einem starken Seile über das rechte Horn gehängt und über die rechte Backe und die Aeste des Hinterkiefers geführt; mittelst eines durch diese Schlinge gesteckten, an die linke Backe sich anlehnenden und mit dem untern Ende auf dem Fussboden unter den Hals geschobenen Baumes wurde nun durch einen Gehülfen der Kopf gestreckt und so fixirt, dass Stirn und Nasenbein auf dem Pussboden lagen und sowohl die Haut, wie alle Weichtheile unterhalb (das Thier stehend gedacht) der Halswirbel stark angespannt waren, Das Schlachtmesser hatte eine 14 Zoll lange und 2 Zoll breite Klinge mit reiner, scharfer Schneide, aber ohne Spitze. Mit diesem Messer wurde ein Halsschnitt in die Gegend des ersten und zweiten Halswirbels mit grösster Fertigkeit in zwei resp. drei unmittelbar aufeinander und rasch erfolgenden Zügen durch sämmtliche gespannte Weichgebilde bis auf die Halswirbel geführt Das hervorstürzende Blut wurde in einem Gefässe aufgefangen, und mittelst der Faust verhinderte ein Gehülfe das Verspritzen des Blutes aus den Pulsadern, Eine weitere •Untersuchung der Schnittwunde nach dem Tode ergab, dass sämmtliche Muskeln unterhalb der Wirbelkörper, die Luftröhre, der Schlund, die Jugularvenen und Carotiden, wie auch die diese grossen Gefässe begleitenden Nerven (N. vagus, recurrens und sympathicus) quer durchschnitten waren und der Schnitt immer an der Verbindungsstelle des ersten und zweiten Halswirbels endete. Die Blutung dauerte gegen 2 Minuten, anfänglich sehr stürmisch, später schwächer; während dieser Zeit lagen die Ochsen ziemlich ruhig; das Athmen derselben blieb im Verlaufe der dritten Minute stehen, darauf stellten sich einige Convulsionen über den ganzen Körper ein, wobei ab und zu Magencontenta aus dem durchschnittenen Schlunde hervorspritzten, und mit Ende der vierten Minute waren die Thiere vollständig todt. Bei den mit•■* gebundenen Beinen auf eine concave Schlachtbank gelegten Kälbern wurde der Halsschnitt an derselben Stelle und mit derselben Schnelligkeit und Sicherheit bis auf die Halswirbel ausgeführt. Der weitere