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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 2 · p. Seite 69

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 2
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 69 (sequence 9)
Language
German
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über die Anthropomorphismen der Bibel. 60 blossen Wortlaut der Schrift und der Hagada nachgingen und sich Gott mit Gestalt und Gliedern versehen dächten, dabei aber betonte er mit allem Nachdruck die Behauptung, dass Gott in aller Wirklichkeit im Himmel auf einem Thron sitze6)eine Behauptung, die, so unsinnig und lächerlich sie uns heute erscheint, doch damals ihre Champione hatte7), aus welchem Grunde Maimuni wahrscheinlich sich bewogen fühlte, diese Behauptung in einem eigenen Capitel seines More zu bekämpfen, dieselbe als förmliche Gotteslästerung erklärend8). Allein selbst unter den Männern von philosophischer Bildung glaubten Manche die Consequenzen fürchten zu müssen, welche aus der maimunischen alles vergeistigenden Schriftdeutung sich ergeben. Denn da von einem ״Erscheinen" Gottes ebensowenig wie von einem ״Sprechen“ Gottes die Rede sein könne, welchen Sinn haben dann Stellen, wie ,,Gott redete zu Moses", oder ״Gott liess sich auf den Sinai herab?" Wohl spricht auch Mairnuni von ״einer zu der Zeit in der Luft geschaffenen Stimme". Ja5 er erklärt ausdrücklich, dass bei der Offenbarung am Sinai eine solche ״geschaffene Stimme" (קול נברא) von dem gesamnften Volke gehört worden war (More II., 33). Allein man fragte sich, ob dies auch wirklich Maimuni8׳ innerster Gedanke sei. Denn man konnte nicht vergessen, dass gleich am Beginne des More (Cap. 5) eine solche Erklärung nur als blosse Concession .hingestellt wurde, und zwar wurden Jene, denen ein solches Zugeständnis gemacht wurde, ausdrücklich מקצרים״“ genannt. Was wäre mithin die Offenbarung im eigentlichen Sinne? Mehr 6) Abraham Maimuni, Milchamot pag. 25. י) Der hier bereits erwähnte Mose Taku sieht ebenfalls in der Annahme, dass Gott in der Wirklichkeit auf einem. Throne sitze, ein unantastbares Dogma, und wahre Gotteslästerung ist es ihm, an diesem heiligen Gedanken zu rütteln. 8. יכתב תמים abgedruckt im Ozar Nechmad 111., 25: אילו דברים של גירוף הם שאינו צריך לכסא, ושכחו מה שאמר מלאך אלהים ר׳ אליעזר קליר "נר אות נושאות והם נשואות עם כסא", וכופר בחפלה שתיקנו אנשי כה״ג: ביום השביעי נתעלה וישב על .כסא כבודו *) S. More L, 9 über das Homonym כסא.

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