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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 2 · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 2
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 68 (sequence 8)
Language
German
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68 D i ej ü d i s ch eR e 1 i gi 0 ns p hilos o p 11 ie . ' von der vollen Erhabenheit Gottes über jeden Begriff von Vermenschlichung zu beginnen!und mit dieser Belehrung *tllmälig fortzuschreiten bis zur Anweisung, wie die sämmtlichen Anthrapomorphismen der Bibel nur als bildliche Bezeichnungen zu fassen seien*). Wenn du glaubst, sagt er, dass derjenige, der körperliche Vorstellungen von Gott hat, damit sich entschuldigen könne, dass der einfache Sinn der Schrift ihn zu solchem Irrthum verleitet habe, dann könntest du auch den Götzendiener entschuldigen, der durch falsche Vorstellungen und Begriffe sich irre leiten lässt. Es gibt aber keine Entschuldigung für Denjenigen, der, wenn er auch selber des Denkens unfähig ist, nicht von den wirklichen Denkern Belehrung annimmt* 4).“ Alles dies liest sich heutzutage, wo wir so viele bereits überwundene Standpunkte hinter uns haben, freilich als etwas von selbst Verständliches. Nicht also jedoch war es, in den Tagen, wo der grosse jüdische Weltweise aus Kordova dieses niederschrieb. Ja, es gehörte ein nicht geringer Muth dazu, in jenem Jahrhunderte so entschieden mit solchen Ansichten aufzutreten. Als Maimuni in seinem denkgläubigen Eifer so weit ging, die Anthropoinorphisten als ״Ketzer“ zu bezeichnen, die des jenseitigen Lebens nicht würdig seien*), da erhob sich einer der mächtigsten Talmudgelehrten jener Zeit, Abraham b. David aus Pasquiere, und rief: ״Weit Bessere und Grössere als er (Maimuni) haben zu solcher Ansicht sich bekannt, die von ihm da als Häresie erklärt wird!“ Wohl scheint Abraham b. David selber, wie aus dem weiteren Wortlaut der Polemik ersichtlich wird, keineswegs dem Anthropomorphismus gehuldigt zu haben; allein ihn verdross die entschiedene Sprache, die Maimuni den Anthropomorphisten gegenüber führte. Wahrscheinlich ist es auch, dass Abraham b. David zu jener Classe von Männern in jener Zeit gehörte, die in diesem Punkte mit sich selber nicht ganz im Reinen waren. So wissen wir z. B. von einem der damaligen Antimaimunisten, David ben Saul, der in einer eigenen Schrift sich und seine Partei dagegen verwahrte, als ob sie dem *■) More I., 35. 4) Das. 36. •) Hilch. Teschuba III., 7.

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