Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
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־ über die Anthropömoi*pl1isme11 der Bibel 67 heben bemüht sind, so mag er immerhin alle dergleichen Aus• drücke auf eine sinnliche Wahrnehmung von eigens erschaffenen Lichtstoffen, welche Engel oder sonstige Wesen darstellen, beziehen — es entsteht kein so grosser Nachtheil durch eine solche Anschauung8).“ Dieselbe Concession macht er auch überall, wo von einem Herabsteigen Gottes oder einem Hinaufsteigen zu ihm, von dem Erfülltsein eines Ortes von Gott, von einem Sprechen oder Wohnen Gottes u. dgl. in der Schrift die Rede ist. Er seiner• seits fasst alle diese Ausdrücke vergeistigt auf, jedoch will er zugeben, dass sich dieselben auch auf das ״geschaffene Licht“, oder die ״geschaffene Stimme“ beziehen Hessen, welche den Propheten die Herrlichkeit, oder die Nähe Gottes versichtbaren sollten9). Maimuni, mit der ihm eigenthümiichen Consequenz und dem ganzen ]philosophischen Redeeifer, der diesem durch und durch classisehen Denker zuweilen in so hohem Grade eigen ist, mühte sich, selbst den leisesten Anflug von Materialismus aus allen unsern Vorstellungen zu entfernen — nicht nur aus unserem Gottesbegriff, sondern überhaupt aus allen unseren geistigen Vorstellungen, aus dem Begriffe: Seele, Engel, Lohn und Strafe im Jenseits, Und zwar waren es nicht nur philosophische Gründe, sondern fast inehr noch moralische Motive, die ihn da leiteten, weil er von dem Grundsätze ausging: Materialismus im Denken wird zuletzt Materialismus im Leben und Streben1). Er knüpft diesen Gedanken an Exod. 24, 11 an: ״Sie schaueten die Gottheit, darum assen und tranken sie“ — was sagen wolle: Dadurch, dass sie sich von dem Göttlichen materielle Vorsteilangen bildeten, gaben sie sich den materiellen Genüssen hin2). Wie not big es ist, schon die zarte Jugend über das Dasein eines einzigen Gottes zu belehren, ebenso unerlässlich sei es daher auch, schon den ersten Jugendunterricht mit der Lehre 8) More I., 5. 9) Das. cap. 10, 19, 21, 25. ב) Narboni, More-Comment. I., i, wendet hierauf den Spruch an: ״ ,ראשית המחשבה אחרית המעשהAnfangs Gedanke, zuletzt that.“ 0 More 1, 5.