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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 2 · p. Seite 66

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 2
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 66 (sequence 6)
Language
German
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66 ^Die jüdische Ileligiohsp^ ganz in diesem saadianischen Ideengange. Der Mensch, sagt er7), bezeichnet jede Sache, sie stehe höher oder niedriger als er, nur immer nach Analogieen, die er in seinem eigenen menschlichen Kreise findet. Demnach zieht er, was unter ihm steht, zu sich hinauf, wie er das über ihm Stehende zu sich herabzieht. Daher die Ausdrücke: der Mund der Erde, die Hand des Jordan, und das Herz des Meeres, als wenn diese unbelebten Dinge etwas Menschenähnliches wären, und ebenso werden auch den höheren reingeistigen Wesenheiten dieselben menschlichen Gliedmassen beigelegt, als ob auch sie in den Kreis der Menschheit gehören würden. Saadia übrigens, der den Engeln eine feine ätherische Licht• materie zuschreibt, kennt noch einen Ausweg, um anthropomorphistische Schriftstellen zu erklären. Er bezieht dieselben nämlieh auf die den Propheten sichtbar werdenden Lichtmaterien der Engel, oder auch auf eine, eigens von Gott für die prophetische Vision geschaffene ätherische Form (צורה ברואה)> die in der Schrift ״Herrlichkeit Gottes" und im Talmud ״Sehe- China" genannt wird. Und selbst da, wo bei der Schilderung solcher Erscheinungen der heiligste Gottesname, das Tetragrammaton, genannt ist, so sei dieser Name elliptisch durch Engel Gottes oder Herrlichkeit Gottes zu erklären. Es war dies eine Ansicht, der auch alle nachsaadianischen Religionsphilosophen, wie Jehuda ha-Levi, Ibn-Esra, Abr. Ibn-Daud u. A. huldigen. Mai in uni hingegen, der alle anthropomorphistischen Ausdrücke <fer Schrift ganz geistig gefasst wissen will, und da er selbst Engel als völlig immaterielle Wesen sich denkt, kann sich mit einer derartigen Schriftauffassung nicht befriedigen, hat jedoch Nachsicht mit einer solchen Auffassung, indem dadurch jedenfalls Gott selber nicht zur Materialität herabgezogen wird. Darum, nachdem er seine eigene Ansicht über das Schauen Gottes auseinandergesetzt, dass dieses nämlich ״ein intellectuelles Erfassen, nicht ein sinnliches Sehen" ("אדראך עקלי לא רויה עץ) bedeute, fügt er hinzu: ״Will jedoch Einer von den Kurzsichtigen sich nicht zu der Stufe erheben, auf die wir ihn zu - *U/S 7) Pent, Comment. Exod. 19, 20.

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