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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 2 · p. Seite 64

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 2
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
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N : Die jüdische Beligionsphüosophie, Die späteren Karäer jedoch schauderten selber vor solch krassem Aberwitz zurück. Schon von Benjamin Nahawendi, der Anfangs des 9. Jahrhunderts blühete, wird berichtet, dass er alle.Anthropomorphismen der Schritt nicht mehr auf Gott bezog, sondern auf einen bevorzugten Engel, der, einem Statthalter gleich, zwischen Gott und die Welt gestellt sei* * 3) — eine Ansicht, von der wir weiter zeigen werden, dass auch sie dem Islam entlehrit sei. Und ein Karäer des 10. Jahrhunderts, der bereits erwähnte Salmon b. Jerucham, eiferte schon ganz im inutazilitischen Geiste gegen jede Verähnlichung Gottes. Daher kommt es auch, dass ein Zeitgenosse dieses letztem, der berühmte arabische Geschichtschreiber des 10. Jahrhunderts, Massudi, die Karäer zu den Mutaziliten zählt. Allein wenn es wahr ist, dass die Extravaganz mohamedanischer Anthropomorphisten auch auf jüdische Kreise so nachtheilig eingewirkt hat, so müssen wir es ebenso anerkennen. Philosophen so grosse Bedeutung unterlegten, und mit dem auch daher der arabische Verfasser des Buches Jezira seine Combinationen eröffnen zu müssen glaubte. (Vergl. Kusari IV., 25: הגה שב הספר 3 .(והסופר והספור בהק אל אחד וברוק האדם שלשה) Es scheint bei den jüdischen Arabern herrschende Annahme gewesen zu sein, das biblische תוהו mit der aristotelischen vh\ zu identificiren. S. z. B Abraham b. Chija, Hegjon ha-Nefesch pag. 3a. Nachmanides Pent. Comment. Genes. 1, 2. Und ebenso wurde, nach Vorgang des Aristofceles, die Hyle als ein ״Nichtseindes“ (jpr\ ov) erkannt. Wir finden dies nun auch in Sefer Jezira: ,יצר ממש מתוהו ועשה אח אינו ישגו ״Gott schuf das Reale aus der Hyle and bildete derart das Nichtseiende zum Seienden.“ — Doch was das Buch Jezira als Grundgedanke durchzieht, das ist die Emanationstheorie. Alle Emanationslehren gehen jedoch von der Frage aus: Wie konnte die Vielheit und Materialität der Erscheinungsdinge von der absoluten Einheit und Reingeistigkeit Gottes hervorgehen? Durch diesen seinen Grundgedanken hebt sich mithin das Buch Jezira von der Gott verkörpernden Schrift Schiur Koma, als deren diametraler Gegensatz, wahrhaft glänzend ab. —- Sonderbar ist, dass Maimuni, der der Schrift Schiur Koma wiederholentlich erwähnt, des Sefer Jezira unseres Wissens mit keinem Worte gedenkt. ft) Scharastani b, 257.

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