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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 2 · p. Seite 47

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 2
Article
Ein Blick auf die Juden in Galizien
Date
1867-01-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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Ein Blick auf die Juden in Galizien. 47 Wwundern, freilich auch viel zu klagen. Der Psychologe llpnnte manche Ausbeute aus diesem Studium erlangen, Wir haben Einiges oben angedeutet. Der Staatsmann könnte daraus mit Bewunderung ersehen, wie weit eine für Julies befähigte, zu Allem zu verwerthende Menschen« klasSe durch ein gewisses Regierungssystem, durch eine gewisse Staatskunst gebracht werden kann; dahingegen hätte hier der Judenfeind die beste Gelegenheit, die sittliehe Grösse derer zu bewundern, die trotz jener Staats- Kunst, die wahrlich Nichts unterlassen hat, was diese jadischen Unterthanen so tief wie möglich sinken lassen kann, doch sittlich nicht verkommen sind, doch sittlich noch so hoch stehen. — Aber die richtige Erkenntniss der galizischen Juden und ihrer Verhältnisse zu erlangen und ein treues Bild von ihnen für Andere zu entwerfen, vermag nur Derjenige, der in ihrer Mitte gelebt, ihr Streben und Handeln, ihr Denken und Fühlen beobachten und belauschen konnte. Und in der That wird auch jeder in den dortigen Verhältnissen Auferzogene, aber mit einem Beobaclitungsgeisfc und mit einem fühlenden Herzen Begabte in der Heimat erfüllt von dem Entschlüsse und es beseelt ihn sicherlich der gute Wille, einst dieses Elend, das er stets vor Augen hat, diese sein Selbstbewusstsein verletzenden Zustände in ihrer ganzen Nacktheit und Wahrheit der Welt zu enthüllen und zur Beseitigung derselben mit seinen besten Kräften beizutragen. Doch kaum hat er das Land verlassen, kaum bewegt er sich in einer andern Atmosphäre, kaum athinet er reinere Luft, da wird auch schon sein Herz leicliter, da sieht er nun. Alles und auch das Erfahrene in freundlicherem, schönerem Lichte, und in solcher guten Stimmung entwirft er nun ein Bild von den gemachten Beobachtungen — aber ein ״geschmeicheltes“ Bild, wie "man.zu sagen pflegt, und ein solches bekommt man nur gemeiniglich zu sehen und aus einem solchen Bilde holt man sich Aufklärung über jene Zustände. Das Bischen Poesie, das aus der Jugend einem solchen Maler in die neue Umgebung hineinleuchtet, vergrössert sich unter der

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