Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Blick auf die Juden in Galizien
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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Ein Blick auf die Juden in Galizien. 43 and Vorbeugungsmitteln verstehen, oder was wir darunter verstehen, da Betheiligte und Unbetheiligte in jener Anklage Eins sind? Nun, nennen wir die Sache und die Personen beim rechten Namen. — Zur Verwunderung fast der ganzen gebildeten Welt, zur Verwunderung der Besieger und der Besiegten (we* nigstens äusserte sich dieselbe überall unmittelbar nach der Katastrophe) hat der im vorigen Jahre entbrannte Krieg zu entschiedenen Ungunsten des materiell bei weitem mächtigem, grossem Staates, zu Ungunsten Oester reichs geendigt. Kaum hatte man sich von dem Erstauneu erholt, kaum hatte man die nieder drücken de Gewissheit von dem hereingebrochenen Unglücke vernommen, kaum war man sich der Grösse desselben bewusst, da wusste man auch schon, wenigstens wollte es jeder in die Verhältnisse und Zustände der beiden kriegführenden Staaten Eingeweihte wissen, worin der veranlassende Grund dieses unerwarteten Unglückes zu suchen sei. Da hörte man biblische Weisheit in aller Munde, als da ist: ״Eitel das Koss zur Hülfe und durch die Menge des Heeres wird inan nicht gerettet.“ ״Nicht durch Heeresmacht, nicht durch Leibeskraft, sondern durch den Geist.“ In profaner Kede: Nicht die Menge der Walken, oder die Masse der Truppen, sondern der Geist, in welchem die Waffen geführt werden, von welchem die Truppen beseelt sind; nicht die bessere oder schlechtere Einrichtung der Waffen und des Heeres, sondern die Einrichtung des Staates entscheide. Sein nacktes‘ Leben gebe man wohl leichten Sinnes hin, aber nicht das Hohe, das an diesem Leben hängt. Wer da aber für die Existenz des Vaterlandes kämpfen soll, der müsse selber eine gesicherte, begehrenswerfche Existenz, müsse vor Allem ein Vaterland haben. Zum vollen Erfassen der Idee eines Ganzen, des Vaterlandes gehöre schon eine höhere Geistesstufe, eine höhere Geistesbildung. Wer in unserer Zeit das Wort ״Vaterland“ nicht lesen könne, der werde sich für den Begriff desselben wohl schwerlich begeistern. Wer aber für Bildüng, für Geistiges fähig gemacht worden ist, in dessen Seele werde inmitten des Kartätschenregens und des 4*