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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 12 · p. Seite 470

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / R.
Date
1866-01-01
Page
Seite 470 (sequence 5)
Language
German
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M)' Ä me;gen Gedanken ausspricbt * sondern dass er iBine sie nun alt oder neu, zur Grundlage eines philosophischen Systems macht und aus ihr heraus die Probleme der : Philosophie zu. lösen unternimmt. Als einige Literarhistoriker in überschwanglich er Verehrung für Lessing diesen als den geistigen Urheber der nachkantischen philosophischen Systeme proclamirten, weil in einigen Sätzen der ״Erziehung des Menschengesehlcehts“ die Grundlehren der nachkantischen Philosophen ausgesprochen seien, .ist ihnen mit Fug und Grund erwidert worden, dass es ein Anderes sei, ein geistreiches, tiefsinniges Apercu auszusprechen^ ein Anderes, ein philosophisches Gebäude aufzurichten, in. welchem dieses Apercu gleichsam den natürliehen Schlussstein bilde, dass ein Gedanke, und sei er auch noch so tief, erst seinen vollen Werth bekenne, wenn er mit anderen in Zusammenhang gebracht wird. Und gerade diese Originalität ist es ja, welche vor Allem Spinoza auszeichnet. Die Abgeschlossenheit des Systems, die Kühnheit, mit welcher er ohne Scheu und Schreck jeden Gedanken zu Ende denkt, die Nothwendigkeit, mit der aus wenigen Begriffsbestimmungen alle Sätze wie die Wirkung aus der Ursache folgen, erweckt in uns, wenn wir die Ethik des Spinoza lesen, den Glauben, als hätte dieser Geist stets aus der eigenen reichen Fälle geschöpft. Aber das aristotelische Wort: was im Thun Resultat und Ende sei, das sei der Anfang in unserm Denken, gilt wohl auch von der Arbeit des Philosophen. Gar mancher Gedanke kann sich innerhalb des Systems als nothwendige Folge ergeben, der dennoch nichts weiter als geschickt hineingewebt und benutzt ist, in Wahrheit aber einer Anregung von aussen seine Entstehung verdankt. Deswegen sind gerade für eine Feststellung der Quellen, aus denen Spinoza geschöpft hat, seine andern Schriften und seine Briefe weit wichtiger als die Ethik* Führen wir kurz die Punkte an, in denen Chasdai und Spinoza sich berühren. Ghasdai verwirft die Lehre von der Endlichkeit der Welt, verwirft die Lehre von primus motor und beweist das Dasein Gottes durch ׳dieeinfache Bemerkung, dass alles Verursachte als solches zufällig sei und deshalb eine nothwendige Ursache voraussetze. Spinoza citirt die Ansicht Chasdai• s und fügt ihr seine Zustimmung bei. Ghasdai setzt das Wesen, die Seligkeit: Gottes in.rlie Liebe. Es. ist bekannt, dass Spinoza'8 System in

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