Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 14)
- Language
- German
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54'4י* Der Einfluss des Judenthums auf *die Entstehung uüd Entstehung ו Uhwilleü und Entrüstung bei vielen Moslimen hervor. Eine grosse Menge hielt sich für verpflichtet, die Speisegesetze auch ferner in der bisherigen Strenge zu beobachten, und Vers 204 der zweiten Sure ist gegen diejenigen gerichtet, welche trotz der Aenderung die früheren Vorschrilten befolgten. Wie mächtig der Einfluss des Judenthums auf den Islam gewesen ist, zeigt sich aber am deutlichsten hinsichtlich des Festtages Asurah; derselbe wurde nämlich, aller Anordnungen des ״Propheten“ ungeachtet, von einer grossen Anzahl von Moslimen beibehalten, und wird von vielen muhammedanischen Secfcen bis auf den heutigen Tag gefeiert. Das Verbot des Weines, welches, wie aus Sure 5 hervorgeht, erst später erlassen wurde, scheint als Ersatz, für den Wegfall der jüdischen Speisegesetze eingeführt worden zu sein und wurde von vielen Gläubigen nicht angenommen. Nach der Niederlage, die Muhammed bei Uhud erhielt, und von der im Korän wiederholentlich die Rede ist, waren die Juden so mächtig geworden, dass man allgemein einen Krieg mit ihnen fürchtete. Man rieth daher dem ״Propheten“, den Juden Concessionen zu machen und ihre Hülfe gegen seine heidnischen Feinde in An- Spruch zu nehmen; allein er ging auf den Vorschlag nicht ein, obwohl seine Lage eine äusserst gefährliche war, von der richtigen Ansicht geleitet, dass die Existenz der von ihm gegründeten Lehre durch Nichts so sehr gefährdet werden könnte, als durch die Vergrößerung des Einflusses der Juden. Das Gluck war ihm günstig; wenige Monate nach der Niederlage bei Uhud triumphirte er über seine Feinde, und jetzt war seine Macht so gross geworden, dass er es wagen konnte, gegen die Juden einen offenen Kampf zu unternehmen. Im Jahre zwei nach der Flucht besiegte er die jüdischen Stämme der Banu Kainuka, später unterwarf er sich auch die machtigen Banu Nadir; doch erst im Jahre sieben, als der grösste Theil der arabischen Halbinsel sich bereis zum Islam bekannte, wurden die Juden in Haibar besiegt und vernichtet. Die Stellung der Juden zu Muhammed, wie wir sie