Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 15)
- Language
- German
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Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen; 455 aus dieser Auseinandersetzung erkannt haben, war also eine derartige,: dass sie viele Jahre hindurch Muhammed die grössten Rücksichten auferlegte, ihn zu mannigfachen, zum Theil nicht unbedeutenden Zugeständnissen nöthigte, und dann wieder seine ganze Energie in Anspruch nahm, um ihren Einfluss zu brechen und sein erst im Werden begriffenes Religionsgebäude vor ihren Angriffen sicher zu stellen. Schwerlich dürfte wohl die Annahme gerechtfertigt sein, dass mit der Vernichtung der letzten jüdischen Stämme in Arabien die Bedeutung des Judenthums für die Entwickelung und Ausbildung der Lehren des Islams aufgehört habe; wir dürfen vielmehr mit vollem Rechte voraussetzen, dass auch in den ersten Jahrzehnten des Chalifats bei der Feststellung gar vieler Religionsgesetze der Einfluss der jüdischen Religion in positiver, wie in negativer Weise keineswegs bedeutungslos gewesen ist, und wir zweifeln nicht, dass eine sorgfältige Vergleichung der Sura mit den Traditionsschriften der Juden diese unsere Behauptung bewahrheiten werde. — g ־־- ■' Beiträge zur hebräischen Sprachforschung und biblischen Exegese. (Vergl. vor. Jahrg.) Es ist eine eigentümliche Erscheinung der hebräischen Sprache, dass zuweilen ein und dasselbe Stammwort nicht nur verschiedene, sondern selbst entgegengesetze Begriffe bezeichnet. So z. B. der Stamm הסד? der in der Verbalfonn schmähen und liebreich sein, als Nomen Liebe und Schande; — ברך segnen und fluchen; — שרש (Fiel) entwurzeln, (Poel) Wurzel fassen bedeutet. Dass man dem Sprachgenius der# alten Hebräer nicht zumuthen darf, sich bei der Formbildung einer Methode bedient zu haben, die auf den ersten Blick eben