Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 453 (sequence 13)
- Language
- German
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Ausbildung-des Islam nach den neuesten Forschungen. 453 von Aberglauben sei, wäre die Religion der Ka’aba, d. i. die alte Religion der Araber, bei weitem vorzuziehen (dasselbe hatten nämlich, die Juden in ihrem Hasse von seiner neuen Lehre dem Heidenthume gegenüber gesagt); sie wären trotz der vielen Warnungen 60tfces, trotz der mannigfachen Offenbarungen und Belehrungen, deren der Herr sie gewürdigt, doch nicht gebessert worden, und es sei den Gläubigen gestattet, auf ״andere als die schönste Weise“ gegen sie zu kämpfen, d. b. mit den Waffen statt mit dem Geiste. Allein diese Drohungen auszuführen, fehlte es dem ״Propheten“ lange Zeit an Macht, der Juden in Medina gab es zu viele, und ihr Ansehen hatte in Folge der Streitigkeiten mit Muhammed nur noch zugenommen; aber sie waren in zwei Parteien gespalten, wodurch es dem Stifter des Islam leichter wurde, sie aufzureiben. Zunächst ging er nun daran, viele dem Judenthume entlehnte und den Juden zu Liebe angenommene Einrichtaugen aus dem Islam zu entfernen; so gab er siebzehn Monate nach der Flucht die Anordnung, die Kiblah nach Mekka, zur Kaaba hin, zu nehmen, während die Moslimen sich bis dahin bei ihren Gebeten nach Jerusalem gewandt hatten. Dass aber diese an sich nicht sehr wesentliche Aenderung von vielen Arabern mit Unwillen aufgenommen wurde, beweist deutlich der 136 .Vers der berühmten zweiten Sure, in welchem — natürlich als Prophezeihung — vorher verkündet wird, dass Viele an der Kiblah nach der Kaaba Anstoss nehmen würden. Vers 175 derselben Sure soll denen, welchen die Aenderung der Gebetsrichtung nicht zusagte, vorstellen, dass es auf solch äussere Gebräuche weit weniger ankomme, als auf wahre Frömxnigkeit. Man ersieht hieraus recht deutlich, in welcher Verlegenheit sich der ״Prophet“ nach dieser Massregel befand; denn sonst pflegt er auch auf die kleinlichsten Formalitäten Gewicht zu legen, bei dieser Gelegenheit will er hingegen nur die wahre innere Frömmigkeit gelten lassen. Auch die jüdischen Speisegesetze, wie das Fasten des Asurah, schaffte er ab; doch auch diese Aenderung rief