Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 452 (sequence 12)
- Language
- German
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452 Der ,Einfluss des Judenthums^auf die Entstehung und oftmals in Verlegenheit, zwang ihn, sich über manche Punkte, über welche er sich wohl selbst noch keine festen Begriffe gebildet hatte, za erklären, benutzte dann seine Worte, die bisweilen wohl auch entstellt wurden, um ihn der Unwissenheit und des Irrthums zu zeihen; kurz, die Juden spielten ihm jeden nur möglichen Possen und nöthigten ihn, wider seinen Willen eine feindliche Stellang zu ihnen einzunehmen. Er hatte, wie bereits erwähnt, schon in Mekka dem Judenthume bedeutende C011cessionen gemacht und dieselben während seines ersten Aufenthaltes in Medina noch erweitert; auch verschaffte er sich, um der Polemik seitens der Juden grösseren Widerstand entgegensetzen zu können und sie womöglich mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, grössere Kenntniss der heiligen Schrift. Doch da sein Wissen immer nur ein oberflächliches blieb, so hatten seine Widerlegungen der Einwürfe der Juden keinen besonders günstigen Erfolg, ja, er scheint sich durch dieselben bisweilen in hohem Grade lächerlich gemacht zu haben. Als er einsah, dass alle gütlichen Mittel, die Juden von ihrem ״Wahne" abzubringen, fruchtlos blieben, dass es ihm in den Augen seiner Anhänger nur schade, wenn er sich in eine jControverse mit ihnen einliess, da er ja doch in der Regel der Besiegte war, wandte er andere Massregeln an, um ihren Widerstand zu brechen. Er erklärte sie theils für verblendet, theils für absichtliche Beträger, warf ihnen vor, wie in Sure 6, dass sie ihre heiligen Bücher tendenziös abschrieben und manches darin Enthaltene absichtlich verheimlichten; er meinte natürlich das, was sich auf ihn bezöge. Während er in der früheren Periode sich von Gott immer den Auftrag geben lässt, den Juden Dies oder Jenes auf ihre Fragen zu antworten, erhält er in der späteren Zeit die Weisung, sich gar nicht mehr damit zu befassen, die Nichtsehenwöllenden zu erleuchten, denn dadurch werde ihre Sünde nur noch grösser, und das Wort Gottes desto mehr dadurch entwürdigt• Mit viel grösserer Energie, als gegen die sogenannten Heuchler (^ääaJ?) trat der ״Prophet" jetzt gegen die Juden in Medina auf; ihrer Religion, sagt er, die voll