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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 12 · p. Seite 449

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 12
Article
Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
Date
1866-01-01
Page
Seite 449 (sequence 9)
Language
German
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,"£־,:% >,y\ i/ r*u> r s^1 V ,iJ<. ־ - ' Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen. 449 י Osten Arabiens wohnten, war ebenfalls, wie Nöldecke nachweist, nicht so gross, als Sprenger vermeint, und daher ist ihr Einfluss auf den Islam von Sprenger wohl etwas überschätzt. Dass Muhammed selbst die Bedeutung des Christenthums für die von ihm gegründete neue Lehre nicht sehr würdigt, geht schon daraus hervor, dass sich der Koran mit der christlichen Religion weit weniger beschäftigt als mit der jüdischen. Unserer Meinung nach ist auch der Einfluss der essäi- . sehen Secten auf das Entstehen des Islam von Sprenger als ein zu grosser dargestellt; diese Secten lebten zu abgeschlossen von der Welt, als dass durch sie solch grosse Bewegungen hätten hervorgerufen werden können; schwerlieh sind sie auch wohl jemals bis in's Innere Arabiens vorgedrungen. Doch lässt sich andererseits nicht leugnen, dass dem Gründer des Islam die Grundlehren einiger dieser Secten, besonders der Hanyfe, bekannt gewesen sind, dass er ihnen Manches entlehnt hat, dass vor Allem der in einigen dieser Secten verbreitete Glaube, Gott habe Rollen vom Himmel hernieder gesendet, auf die Lehre von der Offenbarung des Koran, der bekanntlich auch von aller Ewigkeit her im Himmel geschrieben war, von grossem Einflüsse gewesen ist. Wenn daher auch die Bedeutung des eigentlichen orthodoxen Judenthums auf die Entstehung des Islam im Grossen und Ganzen von Sprenger zu wenig gewürdigt wird, so gebührt ihm doch das grosse Verdienst, auf den sicherlich nicht minder wichtigen Einfluss der erwähnten jüdischen und Christliehen Secten zuerst hingewiesen zu haben. Wenden wir uns nunmehr Nöldecke’s Untersuchung zu, die uns über den Einfluss der eigentlichen Juden auf den Islam genauere Auskunft giebt. Die Juden, berichtet Nöldecke, waren in Arabien, besonders aber in und um Yatoib (Medinah) sehr zahlreich und angesehen, sie waren vollständig Araber geworden, führten Kämpfe, sprachen reines Arabisch und dichteten auch in dieser Sprache, ohne jedoch bei dieser innigen Berührung mit den heidnisuchen Arabern die Eigentümlichkeiten der Juden aufzugeben oder an ihrem Glauben irgend etwas einzubüssen.

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