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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 12 · p. Seite 448

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 12
Article
Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
Date
1866-01-01
Page
Seite 448 (sequence 8)
Language
German
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4 Vfז• r״' יי; **י ״י י V י^<;׳ז/ז ' \448 Der Einfluss des judenthums aüf die Entstellung 11nd ׳1; V Kenntniss der Bibel zutraut, dass er glaubt, Muhammed habe dieselbe, ebenso •wie •die• vorhin׳ erwähnten Rollen des Abraham gelesen. In früheren Schriften sprach Sprenger auch die Ansicht aus, dass Muhammed nach seiner ersten Offenbarung (Sure 96) sich lange Zeit zurück״ gezogen habe, um die Bibel zu studiren, später ist er jedoch von dieser Ansicht zurückgekommen, Dass Spreu״ ger sich aber im Irrthum befindet, wenn er glaubt, Muhammed habe wirklich diese ״Rollen des Abraham und Moses" gelesen und ihnen die wesentlichsten Bestand- - theile seiner neuen Lehre entnommen, geht schon daraus hervor, dass wir dem Stifter des Islam, der ein sehr schlauer Politiker war, unmöglich die Unklugheit und Thorheit Zutrauen dürfen, seine Quellen• so aller Welt . blossgelegt zu haben. Auch ist es keinesweges ausgemacht, dass Muhammed lesen konnte; die neueren Gelehrten sind hierüber verschiedener Ansicht-, und wenn auch der im Koran mehrfach widerkehrende Ausdruck nicht, wie man es früher wohl gethan, ״als der der Schrift unkundige Prophet", sondern vielmehr als ״der unter den Heiden erweckte Prophet" im Gegensätze zu den jüdischen Propheten aufzufassen ist: so geht doch aus dem Koran, wie aus den Traditionsschriften der Araher deutlich hervor, dass Muhammed nicht für einen Schreibkundigen gelten wollte. Die Bibel hat er wohl .schwerlich gekannt, und wenn er — was, wie gesagt, nicht erwiesen — des Lesens mächtig gewesen ist, so waren es doch sicherlich nur die arabischen Schriftzüge, die er kannte, und die Bibel war, wie Nöldecke mit vielern Rechte behauptet, damals noch nicht in’s Arabische übertragen. Der Einfluss, den Zaid Ibn Airir Ibn Nefail, der ״Mentor" Muhammed'8, auf ihn ausgeübt, ist auch wohl nicht so gross gewesen, wie Sprenger vermuthet; keineswegs ist er der eigentliche Urheber der Grundlehren des Islam, würde andernfalls auch aller Wahrscheinlichkeit nach den Ruhm der neuen Lehre nicht dem Muhammed gelassen haben. Die Zahl der Christen, welche im Norden und

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