Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 5)
- Language
- German
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־ * '״ *1?ו^/יזי v ״ . v , -*■•1 >; י ז ’־ ■ ׳י *י;"' ' . ■ >׳ r-l J "'הי״ 7’■'־■;’;■ Ausbildung des Islam hach den neuesten Forschungen. 445 Christen hatten sich die Ebioniten gebildet, die wiederum in zwei Theile zerfielen, deren einer das ursprüngliche jüdische Element strenger bewahrt hatte, während der andere, ans welchem die Nasara (Nazaräer) hervorgingen, mehr Christliches angenommen hatte. Beide glaubten an eine Urreligion und an die Nothwendigkeit einer Offenbarung. Muhammed, der diese Gedanken aufnahm, hielt ursprünglich den Pentateuch für den Urtext der Offenbarung, bis er später, als er den Inhalt desselben näher kennen lernte, seine Ansicht änderte. Eine besondere Secte der Essäer sind die Sampsäer, hauptsächlich in Nabathäa wohnhaft; unter diesen stand schon zu Trajan’s Zeit ein Mann Namens Elxai auf, der Religion und dem Ursprünge nach ein Jude, der von ihnen als Prophet anerkannt wurde. Er veröffentlichte eine geschriebene Offenbarung, eiferte gegen den Cölibat und gebot seinen Anhängern, sieb beim Gebete nicht mehr wie bisher nach der Sonne, sondern nach Jerusalem zu wenden. — Auch Muhammed eifert (Sure 57) gegen Cölibats-Gelübde und liess die ersten zwölf Jahre die Kiblah nach Jerusalem nehmen. Als Muhammed die Lehre des Elxai kennen lernte, war sie bereits durch Ausscheidüng aller gnostischen Ideen znm reinen Deismus geworden, der Name Elxai war damals wohl auch bereits verschollen, aber der im Koran erwähnte Lokmän ist wahrscheinlich identisch mit ihm. Im Anfänge des 3. Jahrhunderts erschien der Sage nach unter diesen ju den christlichen Secten ein Engel, der einen Erlass vom Himmel brachte; man gewöhnte sich bald an die Idee, dass Schriften vom Himmel herabgesandt wurden, bildete sie aus und im Koran wird darauf Bezug genommen. Ausser diesen essäischen Secten gab es noch eine andere, in manchen wesentlichen Punkten von ihnen sich unterscheidende Secte, die Hemerobaptisten, die täglich Waschungen vornahm, oft auch mit den Kleidern unter tauchte. Auch im Islam bestehen ähnliche Gesetze; ursprünglich musste sich jeder Moslim waschen, wenn er das Glaubens - Bekenntniss ablegte, Muhammed wusch sich auch die Kleider, als ersieh