Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der Einfluss des Judenthums auf die Entstehung und Ausbildung des Islam nach den neuesten Forschungen von Sprenger und Nöldecke
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 446 (sequence 6)
- Language
- German
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- ״־* * ■־-Vי * ״ ft,*™ * v ״ w ^'*5^־^■‘־׳^^ 446 Der Einfluss־ des Judenthums auf die Entstehung und zuerst vom Heideuthum lossagte , wie aus Sure 57 und mehreren Traditionen hervorgeht4). In diesen Hemerobaptisten findet Sprenger die Uranfänge der Qabier, denn dieses Wort bedeutet, die sieh Waschenden. Zu Muhammed's Zeiten gab es nur noch zwei dieser Secfcen, die Rakusier und Hanyfe, die ersten den monophysitischen Christen sehr ähnlich, die letzteren sind Essäer, welche die Kenntniss der Bibel verloren hatten. Ein Rakusier, ]Samens Ross, hielt auf der Messe von Okafcz Predigten über die Einheit Gottes und die Auferstehung; auch Muhammed,* der die Messe besuchte, hörte ihn dort und wurde durch ihn angeregt, über Gott nachzudenken. Die Hanyfe, wohl zu unterscheiden von der berühmten orthodoxen Juristenschule der Hanyfiten, sind die eigentliehen Vorläufe des Muhammed. Er nennt sich selbst ein Hanyf und hat während der ersten Periode seines Lehr•׳ amtes wenig anderes gethan als ihre Lehren bestätigt. Es werden uns etwa ein Dutzend Zeitgenossen Muhammed's genannt, welche vor seinem Auftreten an einen Gott glaubten und Hanyfe!dessen. Die Hanyfe hatten die sogenannten Rollen des Abraham und Moses, Qohof Ibrahim, Wamusa, welche die göttliche Offenbarung enthielten und ihre Bibel ausmachten; arabische Schriftsteller berichten, diese Rollen befänden sich in den Händen der Juden, aber nicht der Christen, woraus hervorgeht, dass die Seete der Hanyfen sich enger an die Juden, als an die Christen anschloss. Während der vier ersten Jahre seines Amtes berief sich Muhammed mehrere Mal im Koran auf die Rollen des Abraham und Moses, aber 616 4) Bei dieser Gelegenheit zeigt sich eben deutlich, wie weit Sprenger in der Ausbeute solch kleinlicher Dinge geht; unserer Meinung nach liegt in dem Waschen, das Muhammed mit seinem Körper und seinen Kleidern bei seinem Scheiden vom Heidenthum vornahm, weiter nichts, als eine Nachahmung des jüdischen Gebrauches, dass die zum Judenthum Uebertretenden zuvor die טבילה vornehmen müssen, bevor sie zur Gemeinschaft der Juden gehören. Die einzelnen, mit dieser Geremonie verbundenen Förmlichkeiten brauchen darum Muhammed noch keineswegs bekannt gewesen zu sein.