Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 11
- Article
- In welcher Religion ist das von einer Jüdin mit einem Christen ausserehelichen erzeugte Kind zu erziehen? Und darf ein jüdischer Vater sein aussereheliches mit einer Christin erzeugtes Kind legitimie
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 412 (sequence 3)
- Language
- German
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412 In'welcher 1‘״״ion ist das von einer Jüdin mit einem; eines ehelichen, und dadurch einen familienrechtlichen Unterschied zwischen ausserehelicher und ehelicher Abkommenschaft* bezüglich Verwandtschaft, geschaffen. Dieser Unterschied ist bisweilen sogar auf das Gebiet des öffentlichen Hechtes hinübergespielt worden, und während noch nach römischem Hechte die uneheliche Geburt im Verhaltnisse gegen den Staat mit keinen* * 3), wenigstens nicht mit wesentliehen4), nachtheiligen Folgen verknüpft war, hielt das deutsche Recht die unehelichen Kinder nicht für Bürger des Staates5), erklärte im Geiste des canonischen Rechtes6) dieselben wegen des Makels der unehelichen Geburt für anrüchig und rechtlos7) und erachtete die uneheliche Geburt für ein Hinderniss zur Erlangung weltlicher8) und geistlicher9) Würden, ja sogar schon zum Eintritte in Handwerke und Genossenschaften. L’enfant naturel. . ne pourra reclamer les droits d’enfant legitime und .Art. 331 ff., 339 ff. für das französische Recht. *) Papinianus libro I. Responsorum (1. 6 pr. D. de Decurionibus 50. 2): Spurii decuriones fiunt, et ideo fieri poterit ex incesto quoque natus, non enim impedienda est dignifcas ejus, qui nihil commisit*, Ul-־ pianus libro I. Disputationum (1. 2 §7 D. eod.): Hullum patris delictum innocenti filio poenae est, ideoque nee ordine decurionum, aut ceteris honoribus, propter ejusmodi causam, prohibetur. 4) Rur bei der Concurrenz mit völlig gleichbefähigten Ehelichgeborenen sollten Aussereheliche diesen nachstehen müssen; wie Ulpian (libro III. de officio proconsulis — 1. 3 § 2 D. eod.) mit den Worten berichtet: si spurius habeat competitorem legitime quaesitum praeferri eum oportet, divi fratres Lolliano, Avito Bithyniae praesidi rescripserunt. 5) Urkunde des Kaiser Maximilian I. vom Jahre 1518 (Lünigs’ Reichsarchiv Part. spec. IV. contin. 2. Th. 45. Abschn. 8. 545. 6) C. 2 Caus. VI qu. 1: Omnes infames esse dicimus, quos leges secuti infames appellant. Vergl. can. 10 Dist. LVI. 7} Sachsenspiegel Bd. 1, Art. 38. 8) Edict Otto’s I. und Otto’s II. (967) bei Pertz monum. leg. Tom. IV. p. 33, Reichskammer*Gerichtsordnnng p. I., Tit. 3, §1; Reichshofraths־ Ordnung Tit. 1, § 3; Reichsschluss vom 4. September 1731 § 11. 9) Concil. Pictavien. an. 1078 (cap. 1. X.) de filiis presbyt. (1. 17): Ut filii presbyterorum et caeteri ex fornicatione nati ad sacros ordines non promoveantur. Vergl. concil. Meid, (845) cap. 64 mit Regin. I.