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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 11 · p. Seite 404

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 11
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 404 (sequence 4)
Language
German
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״י - , י > י ר 404 Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden Details und verschiedenen Zwischenfälle, sowie einen kurzen Bericht über die Situation der von mir bereisten Länder zu vernehmen. Ich hatte das Glück, meine Mutter beim Sonnabendgottesdienste in der Synagoge anwesend zu sehen, als ich der Gemeinde in wenigen Worten das glückliche Re* sultat meiner Bemühungen mittheilte. Ein wahrer Enthusiasmus begleitete meine Rede, und kurze Zeit darauf begab sich der Dichter Frankl, Secretair der Wiener Gemein de, im Aufträge der Frau Herz nach Jerusalem, um daselbst auf Kosten der genannten hochherzigen Dame eine Erziehungsanstalt für Knaben zu gründen, deren Zukunffc gesichert ist. In allen Städten, die ich bei meiner Rückkehr nach Paris berührte, in Prag, wie in Leipzig und in Frankfurt, überall fand ich die aufrichtigste und thätigste Theilnahme. Aber kein Glück ist volkommen hier auf Erden, der Schmerz wandelt neben der Freude einher, um sie zu massigen und zu dämpfen. Das jüdische Jahr sollte nicht sclillessen, ohne dass ich meinen letzten Knaben, den Gott mir geschenkt hatte, der Erde wieder zurückgab. Als ich am folgenden Rosch-Haschana unseren Glaubensbrüdern zu Paris in den Synagogen der beiden Riten die Aera des Fortschrittes ankündigte, die sich unseren Brüdem im Orient eröffnete, nahmen meine Worte unwillktirlich den ernsten, feierlichen Ton an, der sich für diese erhabenen Tage eignet. In dem Zwischenräume zwischen meinem ersten und zweiten Besuche, d. h. zwischen 1854 und 1856, sah Jerusalem mehrere hervorragende Pilger in seinen Mauern, so den Dichter Frankl, den ehrwürdigen Sir Moses Montefiore, dessen Name für alle Zeiten aufs engste verknüpft bleiben wird mit der Verbesserung der Lage unserer orientalischen Brüder, und Herrn Alpbons von Rothschild. Die grosse Industrieausstellung von 1855 brachte verschiede ne gelehrte Israeliten nach Paris, aber auch eine grosse Anzahl unserer orientalischen Glaubensgenossen, welche den ungeheuren Fortschritt der Industrie bewundem wollten, eilte nach der Hauptstadt Frankreichs.

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