Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 3)
- Language
- German
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i; in Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Nordküs^e Africa’s. 403 heissen mögen, sollen immer allen Rajas gewährt werden“, und er wiederholte dasselbe Wort, ohne den geringsten Nachdruck darauf zu legen. Ich dankte ihm aufrichtig für diese Güte, und als später der Friedensvertrag zu Paris abgeschlossen wurde, war die Pforte standhaft und duldete, trotz der Opposition mehrerer Regierungen, welche das Wort ״Christen“ in demselben figuriren sehen wollten, nur den Ausdruck ״Rajas“. Es war damit also festgesetzt, dass die Juden an allen Begünstigungen und Verbesserungen, die ein europäischer Staat für seine auf türkischem Boden lebenden Unterthanen erwirkt, in Zukunft Theil nehmen sollten. Montag den 21. August schiffte ich mich ein und erhielt auf dem Schiffe einen Brief, in welchem der osterreichische Gesandte sich von mir verabschiedete, und den ich Wort für Wort hier wiedergebe,• um dadurch einen Act der Erkenntlichkeit gegen diesen hochherzigen Diplomaten auszuüben, der seine glänzende Laufbahn später so traurig beschliessen sollte. ״Bujukdere, den 21. August 1854. Sehr geehrter Herr! Soeben empfange ich Ihren lieben Brief von gestern; ich freue mich, daraus zu ersehen, dass es Ihrem Eifer bereits gelungen ist, hier wie anderwärts mehrere Anstalten zu gründen, welche den Zweck haben, die Lage Ihrer Glaubensgenossen in diesem Lande zu verbessern. Was mich betrifft, so werde ich stets ein Vergnügen darin finden, Ihre Bemühungen zu unterstützen. Kommen Sie nur bald wieder zurück, damit der Samen, den Sie gestreut, nicht vertrockne, sondern im Gegentheil gepflegt werde und Früchte hervorbringe. Auf Wiedersehen! Glückliche Reise. Ihr Bruck.“ Diese aufmunternden Worte erfreuten mich sehr und erfüllten mich mit wahrhafter Genugtuung. Nach acht Tagen langte ich in Triest und sodann in Wien an, wohin die Nachricht von dem glücklichen Ausgang meiner Reise mir bereits vorangeeilt war. Von Neuem empfing mich der Kaiser von Oesterreich, der begierig war, die 31* s