Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 19)
- Language
- German
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״ bei den Juden. 393 Allein wenn diese Hypothese, der Gebrauch des indischen Systems bei den Massoreten, sich auch nicht bestätigen sollte, es stört dieser Umstand die Integrität unseres Hauptschlusses durchaus nicht, und wollen wir daher lieber noch einen Blick werfen auf die spätere Entwickelung der mathematischen Studien bei den Juden. Wir haben hierbei blos auf die spanische Periode Rücksicht zu nehmen, und brauchen wir nur die Namen eines Abraham b. Chajja, Isaak ihn Sid, Isaak h. Josef Israeli als hinlänglichen Beweis für'die Thatsache anzuführen, dass die Juden der ersten geon. Jahrhunderte im Orient, und die in Spanien während der Glanzperiode jüdischer Cultur im Abendlande, einen wichtigen .Factor bildeten in der Verbreitung astronomischer und mathematischer Wissenschaft. Was speciell das indis che Zahlen- und Ziffernsystem betrifft, so sei erwähnt, dass auch Ihn Esra, wie er selbst sagt, dasselbe recht gut gekannt, trotzdem dass er in Rechnungen der hebräischen Buchstaben sich bediene (im Sefer ha-Mispar ms. d. Pariser Bibliothek, 8. die Notice von Terquem), und dass die jüdischen Astronomen in Toledo, deren Werk bekanntlich die alphonsinischen Tafeln sind, die indischen Zahlen in ihren Arbeiten gebraucht haben. Hiermit am Schlüsse der Untersuchung angelangt, müssen wir bemerken, dass diese auf Vollständigkeit und umfassende Begründung durchaus keinen Anspruch macht — es wäre dies auch absolut schwer möglich, um so mehr als dem Verfasser bei der Beschränktheit der ihm zu Gebote stehenden Hülfsmittel und gar in gänzlicher Ermangelung handschriftlicher Quellen, auf die hier das Meiste ankommt — und fühlen wir uns deshalb gedrungen, den Wunsch auszusprechen, dass Forscher von mehr Fachkenntniss und besseren literarischen Hülfsmitteln unseren Hypothesen die gehörige Ergänzung, Begründung und Präcision geben, damit endlich auch die Stellung der Juden in der Entwickelung allgemeiner Wissenschaft, durch historibezweifeln (Chwolson in 18״ hebr. Grab Schriften aus der Krimm“ No. 5), und dafür eher die vollständige Richtigkeit des Datums 5068 (also ohne die Ergänzung der Tausende und die Erklärung des ה als 500), oder gar die gänzliche Unzuverlässigkeit annehmen. Frankel, Monatsschrift. XV. 10. 29