Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829343-2862397--10187-2862445- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
den frulizeitigen^Gebräueh der indischen;Ziffern Araber gewesen, so ist dennoch, was Sache der Vermittelung und Verbreitung gewesen, hierin den Juden das grösste Verdienst zu vindiciren. So ist doch z. B. viel besser anzunebmen, dass jüdischen Touristen, als persischen Zollbeamten, wie Humboldt will, die Verpflanzung der indischen Ziffern zu den Arabern zu verdanken sei! Freilich wird man einwenden, dass der Gebrauch des indischen Zahlensystems bei jüdischen Schrift- Stellern mit Gewissheit nachgewiesen werden müsste, um unserer Ansicht den rechten Halt zu geben. Aber die entsprechende Literatur hat sich nur wenig erhalten, und auch das Wenige liegt in verborgenen Handschriften, dass also bestimmte Auf- Schlüsse erst von diesen zu erwarten sind. Uebrigens sind wir fast zu der Annahme berechtigt, dass die Massoreten, die bekanntlich viel mit Künsteleien sich beschäftigten, zum Zwecke der kurzem Zahlenbezeichnung des Princips vom Stellenwerthe praktisch sich bedienten: wenigstens spricht dies die Schreibung eines sogenannten Siman klar aus.4) 4) Siman החמה soll 5845, die Zahl aller Verse des Pentateuch bezeichnen. Wie wäre eine solche Schreibung möglich: das ה an der vierten Stelle für 5000, und besonders das ח an. der dritten Stelle für 800, wenn nicht der Schreiber das Princip des Positionswerthes gekan nt hätte. Die Schreibung des D für 40, die wieder auf Juxtaposition sehliessen lässt, wurde nur deshalb beibehalten, weil sie eben so kurz ist, wie die andere Bezeichnung nach Positionswertli, die An- Wendung des letzteren also überflüssig schien. Warum dieses System aber nicht durchgedrungen, ist aus der Schwierigkeit des richtigen Verständnisses erklärlich, die die ewige Collision des absoluten und relativen Zahlenwerth68 bei jedem einzelnen Buchstaben erzeugen musste. — Der Gebrauch, die Tausende blos durch die entsprechenden CoÖfficienten an vierter Stelle auszudrücken, ist uralt und findet sich (ohne die unterscheidenden Punkte, die jünger sind) bei Datenb estim-' mungen auf den ältesten Bibelepigraphen, und sogar auf einigen der Kriram-Epitaphien. Die äussere Art der Zahlen Schreibung könnte ein werthvolles Kriterion für Bestimmung des Alters und der Echtheit der Objecte sein, wenn über die verschiedenen Schreibarten und ihren ältesten Gebrauch früher genaue Untersuchungen angestellt würden. So z. B. müssen wir die Erklärung des Datums החיים als 4568, wobei die Tausende als fehlend! und das ה für 500 angenommen wird, sehr