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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 390

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
Date
1866-01-01
Page
Seite 390 (sequence 16)
Language
German
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390 lieber den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern man lese Natan des Bab3doniers Bericht (im Jochasin) — und welche gediegene Männer diese Sendlinge gewesen, das beweisen genügend die Namen jener Vier (Chanannel, Mose ben Ohano eh u. 8. w.), die durch ihr eigentümliches Schicksal so berühmt wurden. Es darf uns daher auch nicht wundern, wenn es ein Jude gewesen sein soll, Jacob ihn Schaära (Ibn Esra in d. Einleit. x. Uebersetz. d. astron. Tafeln des al־Batani, De Rossi cod. 212). der das berühmte Fabelbuch ,,Kalila we-Dimaa^, die Fabeln des Bidpa'1, aus Indien gebracht und den Arabern zugän glich gemacht hat — ein Umstand von literaturhistorischer Bedeutung, den auch die Araber schon gehörig zu würdigen wussten.8) Derselbe Mann hat auch mathematische Schriften und astronomische Tafeln aus Indien gebracht und ins Arabische übersetzt, wie unser jüdischer Gewährsmann und ein arabischer Schriftsteller, Muhammed ibn Ishak übereinstimmend berichten <8. Grätz, Gesch. V. 224). Einige andere literarhistorische Notizen, die bei Ibn Esra im Sefer ha-Taamim (ms. 8. ha-Jonah S. 17) und bei Levi b. Gerschon 1m Sefer ha׳Techunah (ms. 8. Wolf I., p. 729) zerstreut sind und zum Theil auch schon bei arabischen Historikern sich bestätigt finden, haben uns die Namen einiger jüdischen Gelehrten erhalten, die schon nach den wenigen Nachrichten ihrer Leistungen zu schliessen, noch spreehender beweisen, was Juden durch ihre räumliche Zerstreutheit, ihr wissenschaftliches Interesse und durch Sprachkenntnisse unterstützt, als Uebersetzer und Vermittler fremder Werke geleistet haben. Sahl al Tabari, mit dem ehrenden Beinamen Rabban (Ende des 8. Jahrh.’s) hat den Almagest, den astronomischen Kanon des Mittelalters zuerst in das Arabische übersetzt, sein Zeitgenosse Andrusgar ben Sadi-Tiruch, den auch der Literarhistoriker Makrisi kennt, soll damals die bedeutendste Autorität auf dem Gebiete der Astronomie gewesen sein, und auch Masch-Allah, der über Sternkunde geschrieben, wird als Jude genannt. Ueberhaupt muss im 8. und 9. .Jahrh. die Beschäftigung mit der mathematisch-astronomischen Literatur 8) So nennt der Araber al-Sephadi dieses Buch (neben der Rechenkunst) als das zweite der drei Dinge, deren die Inder sich rühmen können.

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