Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 15)
- Language
- German
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liebe für astronomisches Wissen— natürlich noch in Verbindüng iriit Astrologie — ja sogar eine gewisse Verehrung desselben unter den Juden zu bemerken ist, besonders seitdem die Bestimmung des Festkalenders dasselbe zur religiösen Praxis nothwendig machte, ist bekannt-,1) und dass die Beschäftigung mit Astronomie in innigster Verbindung steht mit mathematisehen Studien braucht nicht erst hinzugefügt zu werden. Es war aber nicht allein der rechte Sinn für astronomisches und allgemeines Wissen überhaupt vorhanden, in noch ausgedehnterem Masse bot dem jüdischen Volke in der Diaspora die Gelegenheit sich dar, mit den geistigen Fortschritten der verschiedensten Völker bekannt zu werden und diese über alle Länder zu verbreiten. Man erwäge nur, welche Bedeutung das Zusämmenströmen vieler Tausende von Jüngern an den babylonischen Hochschulen für Cultur-Entwickelung haben musste, und mehr noch welches wichtige Moment die innere Verbindüng, der lebhafte Verkehr des Judenthums der Diaspora —- und die Gemeinden waren über drei Welttheile zerstreut —- mit Babylon, dem Centrum jüdischen Lebens in der Geonimzeit, welches wichtige Moment also für Verbreitung von Wissenschäften auch dieser Umstand sein musste — und es leuchtet ein, warum wir gerade das jüdische Volk für dasjenige erklären, das am meisten dazu geeignet war, einen Austausch gleichsam von geistigen Errungenschaften verschiedener Nationen in jenen Jahrhunderten zu Stande zu bringen. Die Geonim 8tanden mit den jüdischen Gemeinden in schriftlicher Correspondenz, die .Gesandten der Schulhäupter bereisten alle Länder, wo nur Juden sich niedergelassen hatten, selbst bis zum fernen Indien2) kamen sie um Gelder für die Schulen zu sammeln — ,)־Man denke an Aeusserungen im Munde von Männern, wie bar Kapparall, R. Jochanan, Rab (Sabbat 75 a.), Levi b. Sissi (Midr. IL L. zu 3, 5), an Anssprüche des Talmud, wo das Studium der Astronomie als unumgänglich nothwendig, als religiöse Erkenntniss anempkohlen wird (Chagiga 12 b.) und endlich an jene Stelle des Epiphanius (adv. liaeres. I.), wo er den Pharisäern ihre Beschäftigung mit der Sternkunde nach Art der Griechen zum bittern Vor würfe macht. 2) וכן אופיר עצמה ברשות סורא heisst es in Natans Bericht. Oür ist Bezeichnung für Indien, da die Araber es אלהינד nennen.