Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829343-2862397--10183-2862441- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
388 י tleber deix frühzeitigen׳ Gebi forschung — in freilich rein formaler.Beziehung -יhervorgeruferi und gefördert wurde, gerade dieses Studium aber als Grundlage der Wissenschaften der Bibelexegese und der Grammatik des . Hebräischen anzusehen ist, und wie eben der dogmatische Kampf es war, der eine jüdische Religionsphilosophie begründete, so ist es auch die Cultur*Strömung unter den ommejadisehen Chalife 11 gewesen, die in Verbindung mit den anderen genannten Einflüssen auch die Beschäftigung mit den Profanwissenschaften in den Bereich der geistigen Thätigkeit des Judenthums einführte und dadurch eine Blüthezeit des Wissenschaftliehen Strebens erst recht ermöglichte. Man. muss sich von der Ansicht lossagen, als wäre die vorsaadjanische Zeit unberührt von der Gewecktheit des Jahrhunderts aus der Einseitigkeit des religiösen Studiums noch nicht herausgetreten, als ob ein Studium naturwissenschaftlicher, mathematisch-astronomischer und philosophischer Disciplinen erst bei den Juden der spanisehen Glanzperiode aufgetaucht sei: Männer von so. umfassender Bildung wie Saadia, erscheinen eben nicht plötzlich ohne irgend welche Vorläufer, und eine Culturepoche, wie die genannte, schiesst nicht auf einmal aus dem Boden auf, wenn nicht die wichtigsten Elemente einer derartigen Entwickelung schon früher dagewesen wären. Im Gegentheile, wie spärlich auch1 positivhistorische Nachrichten aus jenen Zeiten sind, es.ist festgestellt, dass die Juden des Chaiifates mit Eifer die Wissenschaften der Araber gepflegt — im 7. und 8. Ja-hrh. sogar weit mehr als die Araber, die in ihren glänzenden äusserii Verhältnissen weniger den ernsten Studien huldigten — und dass es viele jüdische Gelehrte, Aerzte, Astronomen, Mathematiker gegeben,: von denen manche sogar durch schriftstellerische Arbeiten sich einen klangvollen Namen verschafft hatten. Indem wir nun auf jene Manner zu sprechen kommen, die mit mathematischer Wissenschaft als Fachstudium gleichsam sich beschäftigen, sind wir an dem Punkte angelangt, wo zu eruiren wäre, ob Juden irgend welche Verdienste sich erworben haben als Vermittler und Verpflanzer fremder Doctrinen, insofern nämlich als in Betreff der Leistungen der Araber auf dem Gebiete der Mathematik und Astronornie zumeist nur an Aufnahme von andern Völkern her (Indern und Griechen) gedacht werden kann. Dass, wie schon oben angedeutet wurde, schon in den ältesten Zeiten eine gewisse Vorf י <vV ך V;;נ ׳auch , der; indischen Ziffern ״י־ ׳־ ־ ־