Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 8)
- Language
- German
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$82 Uelier den frühzeitigen (Jebfäuch der indischen Ziffern .;■■•3S von Präcision zu nennen isU In Form von Sätzen Wird über Eigenschaften der gerad- und krummlinigen Figuren, über Fräcliehberechniing gehandelt, von Rjiumgrössen^ von einfachen arithmetischen Geschäften, selbst von Brüchen gesprochen. Für Unsere Untersuchung hat nur eine Stelle Interesse, wo von Stein- Schneider eine Andeutung von Stellenwerth leise vermuthet wurde. Aber es lässt sich kaum entscheiden, was der eigeiltliehe Sinn der Worte: למעמד א' בי' ומעמר י' בק׳ sei, und zudem sprechen chronologische Bedenken gegen die Vermutbüng. Aus der Boraita des Samuel hätten wir zu registriren, dass ihr Verf. mit den astronomischen Kenntnissen der Gelehrten anderer Völker vertraut gewesen, er beruft sich auf ״die Weisen“ der Egypter, der •Chaldäer (הב«י מצריים < בלריים הם הבבלייס)> — Was nun die andere Classe von Schriften der behandelten Literaturperiode betrifft, so lässt sich schon aus der oben angegebenen, oberflächlichen Charakteristik leicht erkermen, wie schwierig es sein muss, aus den einschlägigen Werken, compilato rischen Wirrnissen, wo allerlei astrognostische Ansichten, metaphysische, besonders lcosmologische Anschauungen, zahlensymbolische Erörterungen, endlich Ideen, Philosopheme, Apophtegme von verschiedenen Denkern verschiedener Nationen mit und ineinander verwebt sind, wie schwer es also halten muss, die wenigen Körnchen des reinen Wissens herauszulesen, dass man zur richtigen Erkenntniss des wahren Wissensgrades jener Zeit gelänge! Man denke nur an das kosmologische ״Buch der Schöpfung“ (Sepher Jezirah), das den ihm nahestehenden ״Büchern“: ha-Bahir, Rasiel u. a. noch immer an innerem Werthe bedeutend vorsteht: wer wollte da gleichsam die chemische Analyse vornehmen und entscheiden, dieses Element sei ein rein philosophisches, dieser oder jener griechischen Schule, den Neuplatonikern etwa oder den Gnostikern angehöreud, jenes der pythagoreischen Zahlen Symbolik entlehnt, ein drittes irgend einer orientalischen VorstelUmgsweise entspringend u. 8. w.! Und gerade dieses pseudepigraphische Product eines mystischen Kopfes hatte das Schicksal, dass es in der ganzen Geonimperiode und später gar besonders von den Kabbalisten als die Quintessenz der höchsten Wahrheiten, als massgebende Autoritat ln philosophischen Dingen verehrt und deshalb von angesehenen Gelehrten studirt und erklärt wurde. Das fabelhaft.