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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 380

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
Date
1866-01-01
Page
Seite 380 (sequence 6)
Language
German
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380 Geber-den frühzeitigen-Gebrauch der indischen Ziffern Beeilen wir uns nun, diese nach verlässlichen Werken angelegte, \ kurze Revue zu beschliessen, so können wir als das Facit derselben die Behauptung aufstellen: erst zu Anfang des 13. •Jahrh.V־ findet sich unter den christlichen Gelehrten des Abendlandes Kenntriiss und Gebrauch des indischen Systems, obwohl eine eigentliche Einführung desselben in’s praktische Leben gar erst ins 14. und 15. Jahrh. fällt. . | Jetzt, nachdem wir gleichsam einen Massstab für Bestimmung des Alters beim Gebrauche der indischen Ziffern gewonnen haben, können wir daran gehen nachzuforschen, wo und wann die ersten Spuren von Bekanntschaft mit mathematischem Wissen der Inder in jüdischen Schriften sich linden, und müssea uns zu dem Ende in den profanwissenschaftlichen, speeiell der mathematisch-astronomischen Literatur der nachtalmudischen Zeit umsehen. Wenn nun schon diese Literatur, insoweit sie überhaupt auf uns gekommen, eine Literatur in Manuscripten ist, und nur Weniges aus den verschiedenen Bibliotheken■ wohin derlei Handschriften verschlagen wurden, an das Licht der Oeffentlichkeit gelangte, so ist zudem gar manche Schrift aus dieser dunklen Literaturperiode wenig benützbar durch die dadurch, dass sie vor Allem die augenfälligste Eigen tlnimlichk eit desselben mifctlieilen, d. i. die Möglichkeit, mit nur 9 Ziffern alle mögliehen Zahlen zu bezeichnen. So sagt Leonhard in seiner arithmetischen; Schrift (1202), er habe auf seinen Reisen in Nordafrica die vortreff־; liehe Erfindung der Inder gelernt, mit 9 Figuren und der Nulle alle Zahlen zu schreiben und zeigt dann, wie dies möglich sei, ohne weitere principielle Begründung־, Sacro-Bosco in seinem 1n Versen abgefassten ,,Algoritmnsu schreibt: Haec Algoritmus ars praesens' dieitur, in qua — Talibus Indorum fruimus bis quinque figuris (aus den Tabb. de S. B. [ms.) nach Wallis’ Eiern. Math. univ. — Arith. S. 26);. unser jüd. Gewährsmann sprielit auch nur von 9 Zeichen und der Be- Zeichnung aller Zahlen durch diese, woraus also durchaus nicht auf nur unvollständige Kenntniss des Systems zu schliessen ist. —- Gelegentlieh sei bemerkt, dass des Sacro-Bosco astronomisches Compendium de j sphaera mundi von einem Juden Salomon b. Abraham Äbigedor ins Hebräische übersetzt (vergl. Wolf, Biblioth. hebr.•III., p. 1017 und 1 Be Rossi, Dizion. stör., s. v.) von M. Almosnino sogar comnientirt wurde (Wolf III, 731, De Rossi, s. v.).

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