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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 379

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
Date
1866-01-01
Page
Seite 379 (sequence 5)
Language
German
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bei den Juden. 379 demselben Rechte von dem englischen Scholastiker Beda (671 bis 735) absehen, bei dem man (in seinem Schriftchen ,,de nuuuerorum divisione“ und mehr noch im Zueignungsschreiben dazu) Kenntniss und Handhabung der neuen Rechnungsweise entdecken wollte, denn es steht fest, dass es nur die Methode der Pythagoräer, das Coiumnensystem des Abacus es gewesen, desr sen Beda sowohl, als auch die gelehrten Mönche der folgenden Jahrhunderte sich ausschliesslich bedienten, dass also auch die landläufige Ansicht, der Benedictiner Gerbert und nachmalige Papst Sylvester II. (st. 1003) habe die Erfindung der Inder, diese Frucht orientalischer Denkkraft auf occidentalen Boden verpflanzt, nicht ganz begründet und nur aus jener hohen Verehrung erklärlich ist, die die Nachwelt einem Polyhistor, wie Gerbert (so liess diese ihn auf arabischen Hochschulen studiren) zu zollen pflegt, Selbst im 12. Jahrhundert, wo unter dem verstümmelten Namen ,,Algorismus“ (aus al-Charizmi, dem arab. Autornamen) eine neue, dem indischen Systeme sehr nahe stehende -arithmetische Theorie auftauchte — die erste Bearbeitung derselben (1142) verdankt man dem getauften Juden Johann v. Sevilla (Hispalcnsis) — kann von einer allgemein durchgreifenden Neuerung durchaus nicht gesprochen werden. Fachmänner dieses Jahrhunderts, wie der Engländer Adelhard, die Italiener Gerard von Cremona und Plato von Tivoli4) haben sich nur mit Uebersetzungen älterer mathematischer und astrorömischer Schriften beschäftigt. Erst mit dem 13. Jahrh. treten Mathematiker auf, die das so überraschend einfache Stellenwerth-System gründlich kennen gelernt und dasselbe in eigenen, meist ,,Algorismus“ betitelten Schriften zu verbreiten strebten: so in Italien der Kaufmann Leonhard aus Pisa, gen. Bonaeci, in England der Astronom Johann von Halifax (Jo. de Sacro-Boseo), im byzantinischen Reiche der Mönch Maximus Planudes.5) 4) Plato v. Tivoli, der u. A. auch die praktische Geometrie des jüd. Gelehrten Ahraham bar Chajja noch zu Lebzeiten des Verfassers aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzte. s) Für uns hat es Interesse, zu wissen, wie diese Männer die neu erlernte Rechenkunst Andern anschaulich zu machen und das Wesen derselben zu erklären sich bestreben. Sie charakterisiren das System 29*

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